Weniger Textilabfälle in Nordmazedonien und Kosovo durch Wiederverwendung, Kreislaufwirtschaft und grenzüberschreitende Lösungen für einen klimafreundlichen Westbalkan.
Kreislaufwirtschaft Nachhaltige Wirtschaft
Kosovo, Nordmazedonien
04/26 - 07/28
Lokale Regierungen, Verbraucher
581.636,78 €
Nevenka Longurova Girova
In Nordmazedonien und Kosovo wachsen die Abfallmengen an Textilien. Die Länder verfügen jedoch kaum über eigene Systeme für Sammlung, Wiederverwendung und Recycling. Der Großteil entsorgter Textilien landet weiterhin auf Deponien, wo sie verbrannt werden. Dadurch entstehen vermeidbare Treibhausgasemissionen und wertvolle Rohstoffe gehen verloren. Kommunale Kapazitäten sind begrenzt, das öffentliche Bewusstsein ist gering und bestehende Initiativen bleiben oft klein und unkoordiniert. Nordmazedonien verfolgt mit der Nationalen Abfallstrategie 2024–2036 und weiteren Gesetzen den Ausbau getrennter Sammlung, Recycling und Kreislaufwirtschaft. Kosovo fördert mit seiner Circular Economy Roadmap sowie Reformen im Abfallsektor Abfallvermeidung, Recycling und neue Geschäftsmodelle, einschließlich erweiterter Herstellerverantwortung für Textilien. Das Projekt unterstützt diese nationalen Ziele sowie die Green Agenda for the Western Balkans durch praktische Wiederverwendungssysteme, weniger Deponierung und stärkere lokale Kreislaufwirtschaften.
Das Projekt baut Kreislaufsysteme für Textilien in Nordmazedonien und Kosovo auf. Es schafft Sammelstellen, fördert die Wiederverwendung und den Weiterverkauf und erstellt emissionsarme Verarbeitungsmodelle. Dadurch können Kommunen Textilabfälle von Deponien fernhalten. In Nordmazedonien entsteht ein gemeinschaftlich betriebenes Second-Hand-Geschäft mit mietfreier Verkaufsfläche für Upcycler und Wiederverkäufer. Das stärkt lokale grüne Unternehmen und schafft stabile Absatzwege für wiederverwendete Textilien. Im Kosovo übernimmt Green Renaissance Forschung und Tests für neue Anwendungen aus gepressten und verarbeiteten Textilresten. Projektdurchführer Local Community Development Foundation (LCDF) setzt ein Reuse-First-Modell um: Sortierung, Wiederverkauf, Aufbereitung und Schreddern zu Füllmaterial für Produkte wie Kissen oder Tierbetten. Schulprogramme, Trainings, Kampagnen und Austauschbesuche stärken Wissen und Beteiligung. Workshops und politische Empfehlungen helfen Kommunen, textile Kreislauflösungen in ihre Abfallstrategien aufzunehmen. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit erleichtert die Übertragung erfolgreicher Modelle auf weitere Länder des Westbalkans.
Dieses Projekt wird von der Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria und der Europäischen Klimainitiative (EUKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUKN) finanziert.
Letzte Aktualisierung: Juni 2026