Aufbau vernetzter Urban Resource Center in Lettland, Deutschland, Portugal, Spanien und Ungarn zur Abfallvermeidung, Emissionsminderung und Stärkung der Bürgerbeteiligung.
Abfall Bewusstseinsbildung Kreislaufwirtschaft Nachhaltige Wirtschaft
Deutschland, Lettland, Portugal, Spanien, Ungarn
02/26 - 01/28
Lokale Regierungen, Öffentlichkeit, Verbraucher, Privatsektor, Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen
902.413,44 €
Ieva Kalniņa
Europäische Städte spielen eine zentrale Rolle bei der Erreichung der Klimaneutralität, doch im Bereich Kreislaufwirtschaft bleiben die Fortschritte bislang begrenzt. Nach dem Europäischen Klimagesetz strebt die Europäische Union Klimaneutralität bis 2050 an, dennoch lag die Zirkularitätsrate Europas 2023 nur bei 12 %. Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling sind zentrale Bestandteile des Europäischen Green Deal, des Fit-for-55-Pakets und der EU-Abfallrahmenrichtlinie. Nationale Strategien greifen diese Ziele auf, stoßen jedoch auf kommunaler Ebene häufig an Umsetzungsgrenzen. Der Nationale Abfallwirtschaftsplan Lettlands (2021–2028), die Zero-Waste-Strategie Berlins (2020–2030), Portugals PERSU 2030, die spanische Kreislaufwirtschaftsstrategie 2030 sowie lokale Klima- und Energiepläne in Ungarn betonen Reparatur und Wiederverwendung, verfügen jedoch nicht über koordinierte, bürgernahe Strukturen. Zersplitterte Angebote und unzureichende Kommunikation verhindern eine aktive Beteiligung der Bevölkerung. Das Projekt schließt diese Lücke und stärkt die urbane Kreislaufwirtschaft im Einklang mit europäischen und nationalen Klimazielen.
Das Projekt entwickelt ein skalierbares Modell für Urban Resource Centers in europäischen Städten. Diese Zentren bündeln Reparatur, Wiederverwendung, Recycling, Bildung und Bürgerbeteiligung an einem leicht zugänglichen Ort. Gemeinsam mit Kommunen in Riga, Zugló, Berlin, Lissabon und Katalonien plant das Projektteam die notwendige Infrastruktur auf Basis von Verhaltensanalysen und tatsächlichen Nutzerbedürfnissen. Bestehende Reparaturangebote, Recyclinghöfe, Second-Hand-Märkte und Abfallservices werden systematisch miteinander verknüpft, anstatt isoliert zu arbeiten. Bürgerorientierte Kommunikationskampagnen machen kreislaufwirtschaftliche Angebote sichtbar und leicht verständlich. Pilotmaßnahmen testen, wie Urban Resource Centers die Beteiligung der Bevölkerung erhöhen. Ergänzend bewertet das Projekt die Treibhausgasminderungen durch Reparatur und Wiederverwendung. Workshops, Erfahrungsaustausch und politischer Dialog ermöglichen es Kommunen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft, das Modell europaweit zu übertragen.
Letzte Aktualisierung: März 2026