Klimaschutz fängt auf dem Teller an –
Pflanzliche Alternativen

von GIZ / EUKI, Julia Weibel

The climate crisis has prompted us, especially in industrialised nations, to rethink our consumption and eating habits. Animal rights and climate change activists consequently demand: “Diet Change, not Climate Change”. Thanks to a surprisingly large selection of plant-based meat and dairy alternatives in Western supermarkets today, change is now easier than ever. Two EUKI projects raise awareness among young people and adults on this topic.

Veröffentlicht: 14. November 2022
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Laut offiziellen Zahlen der Vereinten Nationen (UN) ist die industrielle Lebensmittelproduktion für rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Durch die wachsende Weltbevölkerung sei ein 40%iger Anteil bis 2050 nicht ausgeschlossen. Die UN sieht „große Chancen“ die Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima zu mindern, wenn der Verzehr gesünder, nachhaltiger und damit weniger ressourcenintensiver Lebensmittel zunimmt[1].

Für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch werden rund 15.000 Liter Wasser benötigt, für die gleiche Menge an Schweinefleisch sind gut 6000 Liter notwendig. Linsen kommen ebenfalls auf fast 6000 Liter, Sojabohnen hingegen brauchen nur etwas mehr als 2000[2]. Hülsenfrüchte, die oft als Basis für pflanzliche Fleischalternativen dienen, weisen nicht nur einen schonenderen Umgang mit Wasserressourcen auf, sie begünstigen sogar die Umwelt. Sie lassen sich in verschiedenen Klimazonen anbauen und dienen zudem als ökologischer Dünger, da sie Nährstoffe in den Böden mobilisieren und in Synergien mit anderen Pflanzen einen nachhaltigen Anbau ohne Düngemittel fördern[3]. Außerdem lassen sich im Vergleich zu Fleischerzeugnissen mit der gleichen Menge an Hülsenfrüchten weltweit mehr Menschen kostengünstig und gesund ernähren[4]. Eine Win-Win-Situation für Mensch und Natur. 

CLIKIS Netzwerkkonferenz Tartu 2022, Photo: ©Malte Schmidthals

Schüler*innen lernen über eine nachhaltige Ernährung, Poto: ©Robert Ramos | FUNDESPAI

Das Team der Partnerorganisation FiftyFifty Greece, Photo: ©Fundesplai

Escape Room-Materialien, Photo: ©Fundesplai

Wie dieses Wissen spielerisch vermittelt werden kann, beweist das EUKI-Projekt „Klimaschutz auf den Tisch bringen“. Das Team arbeitet in Spanien, Slowenien und Griechenland und sensibilisiert unterschiedliche Zielgruppen für verantwortungsbewusste Lebensmittelentscheidungen. Durch digitale und physische „Escape-Room“-Spiele beispielsweise klärt das Projekt Jugendliche zum Thema Ernährung auf. Für Erzieher*innen stellt das Projekt Lehrmaterialien rund um die individuelle Ernährung bereit und auf Konferenzen informieren die Partnerorganisationen Fundesplai, FiftyFifty und Umanotera die interessierte Öffentlichkeit über einen nachhaltigen Lebensmittelkonsum.  

Dass eine nachhaltige Verpflegung auch als Bildungsauftrag öffentlicher Einrichtungen verstanden werden muss, dafür setzt sich das EUKI-Projekt „CLIKIS Netzwerk“ ein. In Kroatien und Estland analysiert es die Klimabilanz von Schulküchen und unterstützt Schulen mit praktischen Maßnahmen, wie die Entwicklung von Speiseplänen mit Gerichten aus regionalen Zutaten und entsprechenden Schulungen des Küchenpersonals verbessert werden kann. Auf ihrer neuen Lernplattform wird Wissen zur pflanzlichen Ernährung und Vermeidung von Speiseabfällen oder zu pflanzlichen Rezepten und effizienter Küchennutzung angeboten. Mit Konferenzen auf europäischer Ebene leistet das Projekt zudem einen Beitrag zur stärkeren Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Lebensmittelproduktion in nationalen und europäischen Klimaschutzstrategien. 

Die Entscheidung für eine mehr pflanzenbasierte Ernährung schützt jedoch nicht nur das Klima auf unserem Planeten. Wie die Albert Schweizer Stiftung kürzlich errechnete, werden für unsere Essgewohnheiten „innerhalb von 1,5 Jahren weltweit mehr Tiere getötet, als jemals Menschen auf der Erde gelebt haben“. Klimaschutz durch Ernährung rettet Leben – und fängt auf Deinem Teller an! 


Quellen:

[1] fastfacts-food-and-agriculture-february-2022 copiar (un.org)

[2] Water Footprint Of Food List (healabel.com)

[3] Save and Grow Farming Systems Fact Sheet – 4: The extra benefits of legumes-before-wheat (fao.org)

[4] The State of Food Security and Nutrition in the World 2022 | FAO | Food and Agriculture Organization of the United Nations

Zugehöriges Projekt