Themen der EUKI

Klimaschutz in der Europäischen Union ist eine vielfältige Herausforderung. Die Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI) deckt daher ein weites Feld an Bereichen ab. Insgesamt finanziert die EUKI Klimaschutzprojekte in acht Schwerpunktthemen.

Klimapolitik

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen und zum Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, 1,5 Grad nicht zu überschreiten. Die ambitionierten Pläne lassen sich nur durch eine übergreifende Klimapolitik erreichen – das heißt mit Strategien und Lösungen für den Klimaschutz, die Grenzen zwischen Ländern, Sektoren und Wissensgebieten überschreiten.

Die EUKI-Projekte in diesem Themenbereich setzen genau dort an: Sie bringen Personen aus Politik, Wissenschaft und Praxis an einen Tisch. Einige Projekte bilden dabei Netzwerke zwischen Akteurinnen und Akteuren aus den EU-Mitgliedsländern und der Brüsseler Ebene. Andere setzen darauf, bereits vorhandene erfolgreiche Klimapolitik in EU-Mitgliedstaaten und in weiteren Ländern zu verbreiten. Die EUKI-Projekte zeigen: Die zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure in den Mitgliedsländern bringen den Klimaschutz mit großem Engagement voran und tragen gleichzeitig zum Zusammenhalt zwischen den EU-Ländern bei. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Klimapolitik in unserer Übersicht.

Energie

Die EU will Vorreiterin bei der Erzeugung erneuerbarer Energien werden. Bis 2030 strebt sie an, mindestens 32 Prozent der Energie für Wärme, Strom und Verkehr aus erneuerbaren Energiequellen zu produzieren und die Energieeffizienz um mindestens 32,5 Prozent zu steigern. Da die Verbrennung von Erdöl, Stein- und Braunkohle, Erdgas und Torf zur Energiegewinnung circa drei Viertel der Treibhausgasemissionen in der EU verursacht, ist die Energiewende ein wichtiger und notwendiger Schritt, um die europäischen Klimaziele zu erreichen.

Die EUKI will vor allem die Energiewende in den wirtschaftlich schwächeren Staaten in Mittel- und Südeuropa sowie Ost- und Südosteuropa unterstützen. Viele EUKI Projekte im Bereich Energie setzen in dieser Region an: Sie vernetzen Akteurinnen und Akteure im Energiesektor, kommunizieren die Vorteile der Energiewende und zeigen an Praxisbeispielen, wie wichtig saubere Energie für Klima, Umwelt und Gesundheit ist. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Energie in unserer Übersicht.

Gebäudesektor und Kommunen

Auch international oder national vereinbarte Klimaschutzziele müssen lokal umgesetzt werden. Schlüsselakteure dabei sind die Kommunen: Sie sind für knapp 80 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich – und die urbanen Zentren werden auch in Zukunft weiterwachsen. Allein der Gebäudebestand ist für 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Emissionen in der EU verantwortlich. Aber Städte sind auch Labore für Innovationen: Hier werden neue Ideen und Technologien für den Klimaschutz entwickelt und getestet.

In diesem Sinn bringen die EUKI-Projekte Städte und Gemeinden zusammen, die an den Lösungen für morgen arbeiten – zum Beispiel im Energiemanagement, bei der Begrünung von Dächern oder der Installation von Solaranlagen. Finden Sie mehr Projekte zu den Themen Gebäudesektor und Kommunen in unserer Übersicht.

Mobilität

Der Verkehrssektor verursacht knapp ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in der EU. Etwa drei Viertel davon entfallen wiederum auf den Straßenverkehr. Der Handlungsbedarf ist hier besonders groß. Denn während in allen anderen Sektoren in der EU der CO2-Ausstoß gegenüber dem Niveau von 1990 gesenkt wurde, ist er im Verkehr sogar gestiegen. Hinzu kommt: Im dicht besiedelten Europa beinträchtigen Luftschadstoffe und Lärm, die vor allem durch den städtischen Autoverkehr verursacht werden, die Gesundheit der Bevölkerung.

Um die dringend notwendige Verkehrswende in Europa voranzubringen, unterstützt die EUKI Akteurinnen und Akteure, die auf eine nachhaltige Mobilität setzen. Das sind Städte und Kommunen, die den Radverkehr fördern, sowie zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich in die Entwicklung nationaler Klimaschutzstrategien für den Mobilitätssektor einbringen. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Mobilität in unserer Übersicht.

Landwirtschaft, Boden und Wald

Zehn Prozent der EU-Treibhausgasemissionen werden durch die Landwirtschaft verursacht. Diese trägt also auf nicht unerhebliche Weise zum Klimawandel bei und ist gleichzeitig von seinen Folgen unmittelbar betroffen. Die Politik der EU zielt darauf ab, die Emissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion zu verringern und die Agrarproduktion stärker an den Klimawandel anzupassen. Eine entscheidende Rolle spielt die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und deren Auflagen für mehr Umwelt- und Naturschutz. Mit der Landwirtschaft untrennbar verbunden ist die Rolle des Bodens als wichtiger Kohlenstoffspeicher. Werden organische Böden entwässert, setzt das enorme Treibhausgasmengen frei. Der Wald ist ein weiterer entscheidender Kohlenstoffspeicher, um langfristig einen Ausgleich aus Emissionen und Senken in Europa zu erreichen.

Die EUKI-Projekte in diesem Themenbereich vernetzen Forschungseinrichtungen, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Landwirtinnen und Landwirte für einen Wissens- und Erfahrungsaustausch und unterstützen die Pilotierung von erfolgreichen Ansätzen. Finden Sie mehr Projekte zu den Themen Landwirtschaft, Boden und Wald in unserer Übersicht.

Bewusstseinsbildung

Viele EUKI-Projekte haben es sich zum Ziel gesetzt, Informationen über den Klimawandel zu verbreiten und Menschen jeden Alters, aber insbesondere Kinder und Jugendliche zum aktiven Klimaschutz anzuregen. Dafür zeigen die Projekte ganz praktische Möglichkeiten auf, zum Beispiel wie sich Schülerinnen und Schüler in ihrem direkten Umfeld für die Reduktion von Treibhausgasemissionen einsetzen können. Zugleich werden jungen Erwachsenen Qualifikationen vermittelt, die ihnen berufliche Perspektiven im Zukunftsmarkt Klimaschutz eröffnen. Zudem wird es europäischen Journalistinnen und Journalisten ermöglicht, sich intensiv mit den Rahmenbedingungen und Perspektiven in anderen EU-Mitgliedstaaten auseinanderzusetzen. Denn die Medien spielen eine Schlüsselrolle darin, die Öffentlichkeit in den EU-Ländern für Herausforderungen und Chancen des Klimawandels zu sensibilisieren. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Bewusstseinsbildung in unserer Übersicht.

Klimafreundliche Finanzierung

Erfolgreicher Klimaschutz erfordert eine vorausschauende Finanzpolitik: Wenn Regierungen ausreichend Mittel für den Klimaschutz bereitstellen, wirksam einsetzen und dafür sorgen, dass nationale und EU-Budgets mit den Klimaschutzzielen vereinbar sind, schaffen sie eine grundlegende Voraussetzung dafür, die Erderwärmung zu begrenzen und die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Eine zentrale Rolle in der Klimafinanzierung spielen Investitionen in den Klimaschutz durch den Privat- und Finanzsektor. Hier ist der Staat gefordert, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass grüne Investitionen attraktiver werden als klima- und umweltschädliche Investitionen. Mit den richtigen Strategien können Politik und Wirtschaft Hand in Hand agieren und die erforderlichen Mittel zur Förderung erneuerbarer Energien, für Energieeffizienz-Technologien oder andere Klimaschutzinvestitionen gemeinsam bereitstellen.

Hier setzen die EUKI-Projekte an: Sie erstellen Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen und sie entwickeln Pläne für Investitionen in notwendige Technologien und Lösungen. Sie beraten politische Entscheidungsträger darüber, wie der EU-Finanzrahmen sich stärker am Ziel orientiert, das Klima zu schützen. Darüber hinaus fördern sie erfolgreiche Finanzierungsmodelle wie die der Energiegenossenschaften. Finden Sie mehr Projekte zum Thema klimafreundliche Finanzierung in unserer Übersicht.

Nachhaltiges Wirtschaften

Klimaschutz kann nur wirken, wenn wir nachhaltiger wirtschaften. Für den Industriesektor heißt das: Benötigt werden effizientere Produktionsverfahren, ein Umstieg auf saubere Energiequellen und ein sparsamer und schonender Umgang mit Rohstoffen. Und Klimaschutz lohnt sich: Denn Unternehmen sparen, etwa durch ein effizientes Energiemanagement, Kosten, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit und erzielen zugleich Imagegewinne bei ihrer Kundschaft.

Die EUKI-Projekte sensibilisieren Unternehmen – von Hotels über Autozulieferer bis hin zu Krankenhäusern – für die Möglichkeiten und Chancen nachhaltigen Wirtschaftens. Durch die Entwicklung und Bereitstellung hilfreicher Tools und die Qualifizierung von Mitarbeitenden stellen sie sicher, dass die beteiligten Partner auch langfristig von den Projekten profitieren. Die Partner wirken gleichzeitig als Multiplikatoren, indem sie gute Praktiken umsetzen und durch ihre Erfolge zur Nachahmung anregen. Finden Sie mehr Projekte zum Thema naqchhaltiges Wirtschaften in unserer Übersicht.


Unsere Grafik zeigt die Verteilung der bisher 64 EUKI-Projekte. Im jährlichen Ideenwettbewerb können sich Nichtregierungsorganisation, Behörden, gemeinnützige Unternehmen sowie Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen innovative Projektideen einreichen. Zusätzlich gibt es regelmäßige Ausschreibungen des Bundesumweltministeriums (BMU).

Zuordnung der 64 von der EUKI geförderten Projekte zu Schwerpunktthemen.

Für die Übersicht wurde jedes Projekt dem Thema zugeordnet, das den Schwerpunkt der Projektarbeit bildet. Einige EUKI-Projekte arbeiten zudem an weiteren Themen beziehungsweise themenübergreifend.

Kontakt

Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI) – Projektfinanzierung

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) GmbH

Potsdamer Platz 10,
10785 Berlin
Deutschland

E-Mail: infoeuki.de
Tel.: +49 (0)30 338424 570

Jahresbericht

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