Themen der EUKI

Klimaschutz in der Europäischen Union ist eine vielfältige Herausforderung. Die Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI) deckt daher ein weites Feld an Bereichen ab. Insgesamt finanziert die EUKI Klimaschutzprojekte in acht Schwerpunktthemen.

Klimapolitik

blankEnde 2019 hat die Europäische Union beschlossen, bis 2050 klimaneutral zu werden. Ein Jahr später ist auch das Zwischenziel für 2030 auf mindestens 55 Prozent Treibhausgasminderung angehoben worden. Damit hat sich die EU ambitionierte Ziele gesetzt und erneut zum Übereinkommen von Paris bekannt, in dem die Staatengemeinschaft beschlossen hat, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius – wenn möglich auf 1,5 Grad – zu begrenzen. Auf die Zieldefinition folgte die Debatte zur instrumentellen Umsetzung der Ziele. Von der nationalen Ebene über die Regionen bis hin zu den Kommunen und der Zivilgesellschaft ist das Mitwirken aller notwendig, um die Transformation grenz- und sektorenüberschreitend erfolgreich zu gestalten.
Die EUKI-Projekte zur Klimapolitik setzen genau dort an: Sie bringen Personen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an einen Tisch. Einige Projekte bilden dabei Netzwerke für den direkten Austausch, andere informieren über gute Praktiken. In jedem Fall zeigt die EUKI: Die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in den Mitgliedstaaten bringen den Klimaschutz mit großem Engagement voran und haben viele gute Ideen. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Klimapolitik in unserer Übersicht.

Energie

blankDie EU muss ihren Energieverbrauch drastisch reduzieren und den Ausbau der erneuerbaren Energien schnell voranbringen, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Auch Fragen der Sektorkopplung und Flexibilisierung rücken immer stärker in den Fokus, um das Energiesystem an die zukünftigen Herausforderungen anzupassen.
Die EUKI setzt mit ihren Projekten auf allen drei Ebenen an. Sie unterstützt Projekte für Dialogformate und Strategieentwicklung zum Kohleausstieg und Strukturwandel, fördert Energieeffizienzmaßnahmen in unterschiedlichen Branchen und berät Endverbraucher*innen bei der Investition in Erneuerbare-Energie-Anlagen. Viele EUKI-Projekte vernetzen Akteur*innen im Energiesektor, kommunizieren die Vorteile der Energiewende und zeigen an Praxisbeispielen, wie wichtig erneuerbare Energien und Energieeffizienz für Umwelt, Klima, und Gesundheit sind. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Energie in unserer Übersicht.

Gebäudesektor und Kommunen

blankGebäude sind für 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union verantwortlich. Hier liegt also ein großes Potenzial, um Emissionen zu reduzieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimazielplan 2030 zu leisten. Daher zielt der European Green Deal und der EU-Recovery-Plan darauf ab, das Tempo und die Qualität von energetischen Sanierungen zu erhöhen und so zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands beizutragen. Eine Hauptrolle bei der Umsetzung von Klimamaßnahmen kommt den Gemeinden und städtischen Gebieten zu. Sie werden zunehmend zur Drehscheibe für neue Ideen und neue Techniken zur Eindämmung des Klimawandels. Die EUKI bringt Kommunen und Städte zusammen, die an Lösungen von morgen in verschiedenen Bereichen wie Energiemanagement, Dachbegrünung oder Solarenergiesysteme arbeiten. Finden Sie mehr Projekte zu den Themen Gebäudesektor und Kommunen in unserer Übersicht.

Mobilität

blankDer Verkehrssektor ist für fast ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union verantwortlich. Davon entfallen etwa drei Viertel auf den Straßenverkehr. Der Handlungsbedarf ist besonders groß. Denn, während die CO2-Emissionen in allen anderen Sektoren in der EU im Vergleich zu den Werten von 1990 gesenkt werden konnten, sind sie im Verkehrssektor sogar gestiegen. Klimaschutzmaßnahmen würden durch Reduktion von Luftschadstoffen und Lärmbelästigung besonders deutliche Vorteile für die Bevölkerung bringen. Damit die EU bis 2050 klimaneutral ist, ist eine Wende im europäischen Verkehrssektor dringend erforderlich. Die EUKI unterstützt daher Akteur*innen, die auf nachhaltige Mobilität setzen. Dies sind zivilgesellschaftliche Organisationen, die einen gerechten Übergang für den Verkehrssektor anstreben, oder Forschungsorganisationen, die sich auf die Elektrifizierung des Straßenverkehrs konzentrieren, aber auch Städte und Gemeinden, die sich an EUKI-Mobilitätsprojekten beteiligen, um das Radfahren zu fördern. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Mobilität in unserer Übersicht.

Landwirtschaft, Boden und Wald

blankZehn Prozent der Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union stammen aus der Landwirtschaft. Sie trägt damit zum Klimawandel bei und ist gleichzeitig direkt von seinen Folgen betroffen. Böden und Wälder sind dabei als wichtige Kohlenstoffspeicher untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden. Wenn Böden für die landwirtschaftliche Nutzung entwässert werden, können beispielsweise enorme Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden. Die neue „Farm to Fork“-Strategie der EU ist Teil des European Green Deals und zielt darauf ab, die Ernährungssysteme fair, gesund und umweltfreundlich zu gestalten. Auch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Klimapolitik der EU. Die EUKI-Projekte im Themenfeld Landwirtschaft, Boden und Wald bringen wichtige Interessensgruppen aus diesem Bereich zusammen, um den Wissensaustausch zu erleichtern und die Umsetzung vielversprechender Ansätze zur Eindämmung des Klimawandels zu unterstützen. Finden Sie mehr Projekte zu den Themen Landwirtschaft, Boden und Wald in unserer Übersicht.

Bewusstseinsbildung

blankDie EUKI setzt sich mit ihren Projekten dafür ein, dass Informationen über den Klimawandel einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Menschen aller Altersgruppen, insbesondere aber Kinder und Jugendliche, werden ermutigt, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen. Sie werden zu Multiplikator*innen und verbreiten das Engagement für den Klimaschutz in ihrem Umfeld. EUKI-Projekte arbeiten mit Schulkindern, die Treibhausgasemissionen in ihrer Umgebung reduzieren möchten, oder sie unterstützen Bildungseinrichtungen und Lehrer*innen, damit diese Fragen des Klimawandels in die Lehrpläne der Schulen integrieren. Andere Ansätze konzentrieren sich auf die Qualifizierung junger Erwachsener, die ihre beruflichen Möglichkeiten rund um erneuerbare Energien erweitern. Weitere Projekte ermöglichen europäischen Journalist*innen den Austausch und die Berichterstattung mit und aus anderen EU-Mitgliedsstaaten. Finden Sie mehr Projekte zum Thema Bewusstseinsbildung in unserer Übersicht.

Klimafreundliche Finanzierung

blankMit dem Investitionsplan für ein nachhaltiges Europa (Sustainable Europe Investment Plan) hat die Europäische Union einen neuen politischen Impuls gegeben, um Investitionen aus dem Privat- und Finanzsektor nachhaltiger zu gestalten und stärker darauf auszurichten, die Energie- und Klimaziele der EU bis 2030 zu erreichen.
Da die EU Klima- und Energieziele bis 2030 nicht allein durch öffentliche Investitionen herbeigeführt werden können, ist bereits seit geraumer Zeit klar, dass Finanzinstrumente mit großen Hebelwirkungen für private Mittel zunehmend von Bedeutung sein werden. Bedarf und Nachfrage nach nachhaltigen Investitionen sind im Laufe der Zeit angestiegen, deshalb zielt der Plan darauf ab, eine engere Verbindung zwischen politischen Zielen und privaten Finanzmitteln herzustellen. Sowohl Finanzinstitutionen als auch private Investoren sollen mit geeigneten Instrumenten ausgestattet werden, um nachhaltige Investitionsmöglichkeiten identifizieren zu können.
An dieser Stelle setzen die EUKI-Projekte an: Sie führen Grundlagenstudien und Bedarfsanalysen durch und entwickeln Pläne für Investitionsmöglichkeiten in die erforderlichen Technologien und Lösungen. Sie beraten politische Entscheidungsträger, wie die finanziellen Rahmenbedingungen stärker an den Klimazielen ausgerichtet werden können, sensibilisieren Finanzberater*innen für die Nachhaltigkeitsziele ihrer Kundschaft und machen Informationen über nachhaltigkeitsbezogene Investitionen der Öffentlichkeit besser zugänglich. Finden Sie mehr Projekte zum Thema klimafreundliche Finanzierung in unserer Übersicht.

Nachhaltiges Wirtschaften

blankEine nachhaltige Wirtschaft kann auch den Klimaschutz stärken. Für den Industriesektor heißt das: Benötigt werden effizientere Produktionsverfahren, ein Umstieg auf saubere Energiequellen und ein sparsamer und schonender Umgang mit Rohstoffen. Klimaschutz lohnt sich auch für Unternehmen, denn sie sparen Kosten, etwa durch ein effizientes Energiemanagement, sie stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit und erzielen zugleich Imagegewinne bei ihrer Kundschaft. Die EUKI-Projekte sensibilisieren Unternehmen – von Hotels über Autozulieferer bis hin zu Krankenhäusern – für die Möglichkeiten und Chancen nachhaltigen Wirtschaftens. Durch die Entwicklung und Bereitstellung hilfreicher Tools und die Qualifizierung von Mitarbeitenden stellen sie sicher, dass die beteiligten Partner*innen auch langfristig von den Projekten profitieren. Gleichzeitig wirken sie als Multiplikator*innen, indem sie gute Praktiken umsetzen und durch ihre Erfolge zur Nachahmung anregen. Finden Sie mehr Projekte zum Thema naqchhaltiges Wirtschaften in unserer Übersicht.


Die Grafik zeigt die Verteilung der bisher 128 EUKI-Projekte auf die Themen der EUKI. Im jährlichen Ideenwettbewerb können sich Nichtregierungsorganisation, Behörden, gemeinnützige Unternehmen sowie Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen innovative Projektideen einreichen. Zusätzlich gibt es regelmäßige Ausschreibungen des Bundesumweltministeriums (BMU).

Grafik Projekte nach Themen der EUKI

Für die Übersicht wurde jedes Projekt dem Thema zugeordnet, das den Schwerpunkt der Projektarbeit bildet. Einige EUKI-Projekte arbeiten zudem an weiteren Themen beziehungsweise themenübergreifend.



Was machen EUKI-Projekte konkret? In den nachfolgenden Videos werden beispielhaft verschiedene Projekte und die Menschen dahinter vorgestellt.


EUKI-Projekte und Mobilität (auf Englisch)

Dieses Video zeigt wie wichtig nachhaltige Mobilität für ein klimaneutrales Europa ist. In den letzten Jahrzehnten wurden im Mobilitätssektor nur wenige Emissionen eingespart, weshalb Innovationen und Veränderungen notwendig sind, die jeden einzelnen Menschen betreffen. Am Beispiel von zwei EUKI-Projekten wird gezeigt dass es lohnenswert ist, sich in Bereichen wie der Raum- und Mobilitätsplanung oder im Verleih von Lastenrädern zu engagieren.



EUKI-Projekte und Kommunen (auf Englisch)

Das Video zeigt am Beispiel von zwei EUKI-Projekten, was Kommunen für das Klima tun können. Kommunen spielen eine wichtige Rolle bei der Erreichung der EU-Klimaziele. Die EUKI fördert daher die Vernetzung und Kooperation zwischen Städten und Gemeinden, zum Erfahrungsaustausch sowie zur Wissensvermittlung.
In diesem Video werden zwei Kommunen vorgestellt, in denen EUKI-Projekte arbeiten und in denen deutlich wird, wie erfolgreich und effizient die Zusammenarbeit auf der europäischen Ebene sein kann.

Gezeigte Projekte: Internationales Kooperationsforum „Clean Heat“ & Krk auf dem Weg zur CO2-neutralen und energieautarken Insel

Kontakt

Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI) – Projektfinanzierung

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) GmbH

Potsdamer Platz 10,
10785 Berlin
Deutschland

E-Mail: infoeuki.de
Tel.: +49 (0)30 338424 570

Jahresbericht

EUKI Jahresbericht

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