Themen

Die Projekte arbeiten zu den Themen Nachhaltiges Wirtschaften, Bewusstseinsbildung, Energie, Mobilität, Klimapolitik, klimafreundliche Finanzierung, Gebäudesektor und Kommunen.

Diese Publikation von EUKI-Projekt Retrofit Hub fasst die Erfahrungen und Ergebnisse aus zwei Jahren „Renovierung und Nachrüstung von Altbauten in Zeiten der Klimakrise“ zusammen und vermittelt praktische Tipps.

Eine Datenbank trägt Früchte

Dieses Toolkit gibt Anleitungen wie öffentliche Räume ansprechend gestaltet werden können, in denen Fußgänger und öffentliche Verkehrsmittel Vorrang haben. Behandelt werden auch die Verbesserung der Energieeffizienz in Revitalisierungsbereichen und zeigt, wie die technische Leistungsfähigkeit von Gebäuden bereits beim Investitionsprozess berücksichtigt werden kann.

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Handbuch: Klima- und energieeffiziente Küchen in Schulen

Die Publikation zeigt, wie klimafreundliche Küchen in Schulen umgesetzt werden können. Das EUKI-Projekt Clikis Network hat ein Handbuch zusammengestellt, das von Schulen, Pädagogen, Verwaltungspersonal in Schulen genutzt werden kann, um bessere klimafreundliche Menüs zu erstellen und den Energieaufwand zu reduzieren.  Dies steht im Einklang mit den Zielen der EU zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks.

CLIKIS Handbuch klimafreundliche Schulküchen auf Estnisch

CLIKIS Handbuch klimafreundliche Schulküchen auf Kroatisch

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EUKI-Interview: Energierevolution im ländlichen Polen

Interview



EUKI-Interview: Energierevolution im ländlichen Polen

by GIZ/EUKI & RENALDO

Das EUKI-Projekt RENALDO fördert den Ausbau erneuerbarer Energien in den polnischen Regionen Podlaskie und Kujawien-Pommern. Wir haben mit den Projektbeteiligten Rafal Serafin und Piotr Banaszuk über neue Formen gemeinschaftlicher Prosument*innen[1], die Unterbrechung der russischen Gas- und Kohleversorgung und die Gründung von Energiegenossenschaften im ländlichen Polen gesprochen.

Ziel Eures EUKI-Projekts ist es, die finanziellen und technischen Rahmenbedingungen für Energiegenossenschaften im ländlichen Polen aufzubauen. Warum ist das wichtig?

Piotr: Ziel unseres Projekts ist es, mit Energiegenossenschaften die Erschaffung lokaler Energiemärkte zu erproben. Und damit auch die ländliche Entwicklung zu fördern, was wiederum im Einklang mit der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien II (RED II) steht. Die Energiegenossenschaften, die jetzt in Polen eingeführt werden, sind eine neue Form von zusammengeschlossenen Prosument*innen für Strom und Wärme. Im Gegensatz zu Deutschland und einigen anderen EU-Mitgliedstaaten, geht es beim polnischen Energiegenossenschaftsmodell vor allem um den Energiehandel zwischen den Mitgliedern, damit Kapazitäten maximiert und die Abhängigkeit vom Netz minimiert werden kann. In Polen gibt es inzwischen über eine Million Stromprosument*innen, aber in den ländlichen Gebieten haben viele bisher aus technischen, finanziellen oder anderen Gründen noch nicht davon profitiert. Die Energiegenossenschaftsinitiativen der 7 RENALDO-Projekte sind sowohl für die ländliche Entwicklung als auch für die Förderung der erneuerbaren Energien in den ländlichen Gebieten Polens bahnbrechend, denn sie ermöglichen die praktische Umsetzung des gemeinschaftlichen Prosumerismus in Polen. Wir stehen am Anfang einer Revolution der erneuerbaren Energien im ländlichen Polen.

Wie sieht eine typische Energiegenossenschaft aus und wie wird sie finanziert?

Rafal: Eine typische Energiegenossenschaft gibt es in Polen leider noch nicht, denn es gibt noch keine klare Rechtsgrundlage für ihre Tätigkeit und Beratungsdienste befinden sich noch im Aufbau. Auch die Idee des gemeinschaftlichen Prosumerismus ist etwas Neues und so noch nicht erprobt. Mit unserem Projekt betreten wir absolutes Neuland. Einerseits können wir damit die Vorteile der gemeinschaftlichen Prosumentenwirtschaft aufzeigen und andererseits ebnen wir den ländlichen Gemeinden den Weg zur Gründung von Energiegenossenschaften, die für alle Beteiligten spürbare Vorteile bringt.

Piotr: Mit unserem RENALDO-Rechner können potenzielle Mitglieder von Energieerzeuger- und Verbrauchergenossenschaften außerdem verschiedene Investitionsmöglichkeiten in erneuerbare Energien berechnen. Ihre individuellen und realistischen Kosteneinsparungen können dabei ebenso modelliert werden, wie die Vorteile für die Energiesicherheit. Die Energiegenossenschaften in Polen werden quasi wie Unternehmen konzipiert, die künftig nicht von Subventionen abhängig sind, sondern sich das ganze Jahr über an der Optimierung des Energiemixes und der Anpassung der Erzeugerkapazitäten an die Bedürfnisse der Verbraucher orientieren.

„Mit unserem Projekt betreten wir daher absolutes Neuland. Einerseits können wir damit die Vorteile der gemeinschaftlichen Prosumentenwirtschaft aufzeigen und andererseits ebnen wir den ländlichen Gemeinden den Weg zur Gründung von Energiegenossenschaften, die für alle Beteiligten spürbare Vorteile bringt.“

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Welche Rolle spielen die Kommunen bei der Entwicklung von Energiegenossenschaften? 

Rafal: Das besondere Merkmal des RENALDO-Ansatzes ist die partnerschaftliche Vermittlerrolle der Kommunalverwaltung. In ländlichen Gebieten können die Kommunen die Rolle als Mittler übernehmen und tun dies auch. In unserem Projekt haben wir drei Modelle für die Gründung von Energiegenossenschaften mit Kommunalverwaltungen in der Mittlerrolle entwickelt. Beim ersten Modell sind alle Genossenschaftsmitglieder öffentliche Einrichtungen, einschließlich der Gemeinde. Das zweite Modell sieht vor, dass alle Mitglieder private Institutionen sind und die Gemeinde eine unterstützende Rolle spielt. Die dritte Möglichkeit besteht in einer gemischten öffentlich-privaten Mitgliedschaft. Diese Optionen ermöglichen es, die Formalitäten der Registrierung zu erfüllen. Sobald sie ihren Betrieb aufgenommen haben, kann dann eine Plattform für die Ausweitung auf die ländliche Bevölkerung aufgebaut werden.

Inwieweit sind diese Gemeinden von der Unterbrechung der russischen Gas- und Kohlelieferungen seit Ende April 2022 betroffen?

Piotr: Es sind nicht nur die Unterbrechungen der Gas- und Kohlelieferungen, sondern auch die steigenden Energiepreise, die uns alle in Polen, wie in den meisten anderen europäischen Ländern, betreffen. Die Kommunalverwaltungen in ländlichen Gebieten sind jetzt besonders stark bei neuen Verträgen mit den Stromversorgern betroffen. Einige sehen sich bereits mit Preiserhöhungen von 60 % und mehr konfrontiert. Vermutlich wird der Stromtarif für Haushalte bis 2023 um 100 % ansteigen. Die Energiekosten für Industrie und Gewerbe werden voraussichtlich um das Dreifache steigen. Da Energiegenossenschaften ihren Mitgliedern die Möglichkeit bieten nicht nur ihren Strombedarf, sondern auch ihren Wärmebedarf zu erschwinglichen Preisen zu decken, wird eine systemische Antwort auf Energiearmut gefunden.

Rafal: Die gute Nachricht ist, dass das Interesse an genossenschaftlichen Energielösungen und ihrem Potenzial, erschwinglichen Strom und Wärme zu liefern und Versorgungssicherheit zu gewährleisten, so groß ist wie nie zuvor. Die Erwartung wächst, dass das RENALDO-Projekt praktische Anleitungen liefern kann für die Gründung von Energiegenossenschaften, die wirklich etwas bewirken.

„Da Energiegenossenschaften ihren Mitgliedern die Möglichkeit bieten nicht nur ihren Strombedarf, sondern auch ihren Wärmebedarf zu erschwinglichen Preisen zu decken, wird eine systemische Antwort auf Energiearmut gefunden.“

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Welche kurzfristigen und langfristigen Lösungen können Eure Organisationen den Gemeinden in der jetzigen Situation anbieten?

Rafal: Kurzfristig können das Kujawisch-Pommersche Landwirtschaftsberatungszentrum und die Activus-Stiftung in der Region Podlasie vor allem ihre Erfahrungen weitergeben, die sie durch die 7 RENALDO-Initiativen zur Gründung von Energiegenossenschaften gesammelt haben. Diejenigen, die an der Gründung von Energiegenossenschaften interessiert sind, sollten über die jeweiligen Vorschriften und ihre Auswirkungen auf dem Laufenden bleiben. Unser RENALDO-Rechner kann bei der Modellierung verschiedener Szenarien helfen und die Vermittlung eines optimalen Kollektivs für eine Energiegenossenschaft unterstützen.

Langfristig brauchen wir mehr Beratung und Unterstützung, damit Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen aus dem öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Sektor zusammenführt und den Initiatoren von Energiegenossenschaften zur Verfügung gestellt werden können. Die Unterstützung muss auf die Bedürfnisse, Umstände und Möglichkeiten der spezifischen Standorte abgestimmt sein.

Piotr: Ein prinzipienorientierter Ansatz zur Gründung von Energiegenossenschaften als sektorübergreifende Partnerschaften, die auf die lokalen Bedürfnisse, Umstände und Möglichkeiten zugeschnitten sind, scheint langfristig der vielversprechendste Weg zu sein.

Vielen Dank für das Gespräch.

[1] Prosument*innen sind Konsument*innen, die zugleich Produzent*innen sind

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