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Baltische Farmer*innen binden CO2

Landwirt*innen und Landnutzer*innen in baltischen Ländern die Einführung der „Paludikultur“ (landwirtschaftliche Nutzung von kohlenstoffneutralen, feuchten Moorböden) ermöglichen.

Hintergrund

In den baltischen Ländern gibt es viele Moore. Die konventionelle Landwirtschaft führt zur Entwässerung und Degradierung dieser Moore und macht sie damit zu einer Quelle konstanter CO2-Emissionen, die den Klimawandel weiter anheizen. Die Wiedervernässung von Mooren und deren Bewirtschaftung stoppen die Emissionen und ermöglichen Paludikultur – die kohlenstoffneutrale landwirtschaftliche Nutzung von Mooren. Eine großflächige Wiedervernässung von Mooren und die Anwendung der Paludikultur im baltischen Raum könnten die CO2-Emissionen jährlich um fünf bis zehn Megatonnen reduzieren. Bei der Bewirtschaftung von Mooren brauchen die Landwirt*innen jedoch Unterstützung und Schulungen, da neben Klimaschutzmaßnahmen und einer entsprechenden Agrarpolitik vor allem praktische Erfahrungen eine wichtige Komponente der Paludikultur sind.

Baltische Stakeholder-Gruppe auf Paludikultur-Studienreise nach Deutschland

Baltische Stakeholder-Gruppe auf Paludikultur-Studienreise nach Deutschland; Foto: © Jan Peters

Projekt

Das Projektteam führt verschiedene Aktivitäten durch, die alle darauf abzielen, die Anwendung der Paludikultur im Baltikum zu steigern und damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen in der Region zu leisten.

Das Team arbeitet mit landwirtschaftlichen Beratungsdiensten in Estland, Lettland und Litauen zusammen. Mit ihnen führt es „Training for Trainers“-Veranstaltungen durch, bei denen sie ihr Wissen über die klimafreundliche Bewirtschaftung von Mooren weitergeben. Im Gegenzug beraten Vertreter*innen der Beratungsdienste die Projektmitglieder bei der Gestaltung des Schulungsprogramms „Paludiculture & Carbon Farmers“. Nach Abschluss des „Training for Trainers“ beraten die Teilnehmer*innen interessierte Landnutzer*innen im Baltikum zum Potenzial der Paludikultur.

Außerdem will das Projektteam die Öffentlichkeit für den Ansatz sensibilisieren. Deshalb informiert es die ländliche Bevölkerung über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und die breite Palette klima- und umweltfreundlicher Agrarprodukte aus Paludikultur, zum Beispiel durch mobile Paludikultur-Ausstellungen entlang von Straßen, die zu Messen, Festen und Märkten führen, und Online-Werbevideos, die auf ein breiteres Zielpublikum abzielen.

Parallel dazu baut das Projekt auf einem zuvor im Baltikum initiierten Dialog zum Thema Paludikultur auf, der Vertreter*innen verschiedener Gruppen wie Landwirt*innen, Minister*innen und Teams aus Paludikultur-Pilotprojekten zusammenbringt. Sie sind eingeladen, ihre praktischen Erfahrungen in einem panbaltischen Netzwerk für Paludikultur und Carbon Farming auszutauschen. Die Vertreter*innen des Netzwerks legen dann politischen Entscheidungsträger*innen im baltischen Raum und der gesamten EU konkrete Vorschläge dazu vor, wie sie die Klima- und Agrarpolitik so ausrichten können, dass zukünftige, im Feld der Paludikultur tätige Landwirt*innen gezielt gefördert werden. Wenn die politischen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass die Bewirtschaftung von Moorgebieten rentabel ist, werden voraussichtlich mehr Landnutzer*innen diesen Ansatz in Betracht ziehen.

Projektdaten

Stand: March 2022

Länder: Deutschland, Estland, Lettland, Litauen

Projektdauer: 08/21 - 12/23

Fördersumme: 612.955 €

Zielgruppen: Politik, Regionale Entscheidungsträger, Zivilgesellschaft

Durchführende Organisation:
Michael Succow Foundation (MSF)

Projektpartner:
Estonian Fund for Nature (ELF), Foundation for Peatlands Restoration and Conservation Lithuania (FPRC), Lake and Peatland Research Centre Latvia (L&PRC)

Projekt Webseite: -

Ansprechpartner

Herr Andreas Haberl

Organisation:

Michael Succow Foundation

Adresse:
Ellernholzstr. 1/3
17489 Greifswald

Email:
andreas.haberlsuccow-stiftung.de

EUKI

Das Projekt ist Teil des Ideenwettbewerbs der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI). Die EUKI ist ein Finanzierungsinstrument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Der EUKI-Ideenwettbewerb wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt. Übergeordnetes Ziel der EUKI ist die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (EU) zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Kontakt

Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI)
Potsdamer Platz 10,
10117 Berlin – Deutschland

Tel.: +49 (0)30 338424 570
infoeuki.de