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Kapazitätsaufbau für nachhaltige Energieplanung

Das Projekt ist abgeschlossen. Durch die Erhöhung der politischen und individuellen Bereitschaft, wollte das Projekt eine neue nachhaltige Energiepolitik in der jeweiligen Zielregion einführen und umsetzen.

Energiepolitik Energiewende und klimaneutrale Gebäude Kohleausstieg

Beitragsbild

Infos zum Projekt

Länder:

Slowakei

Dauer des Projekts:

10/19 - 03/22

Zielgruppen:

Lokale Regierungen, Regionale Regierungen, Bildungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen

Fördersumme:

71.794,00 €

Kontakt

Kontakt:

Helena Zamkovská

Durchführende Organisationen:
  • Friends Of the Earth-CEPA
Partner:
  • Energiaklub Climate Policy Institute and Applied Communications Association (Energiaklub)

Hintergrund

Das Fehlen einer stimmigen regionalen Energieplanung sowie der entsprechenden regionalen Koordinierungskapazitäten führt dazu, dass öffentliche Mittel nicht effizient eingesetzt und die Klima- und Energieziele der EU in den slowakischen Regionen nur unzureichend umgesetzt werden. Außerdem fehlen sinnvoll reproduzierbare Beispielen für die nachhaltige Gestaltung der lokalen Energieversorgung.

Im Rahmen einer neuen staatlichen Strategie zur Bekämpfung von regionalen Ungleichheiten wurden 2018 in drei marginalisierten Bezirken der Slowakei Pilotzentren für nachhaltige Energie (SECs) eingerichtet. Die Aufgabe der SECs besteht darin, auf Ebene der Verwaltungsbezirke eine kohlenstoffarme Energiepolitik einzuführen. Die Kohleregion Obere Nitra, die sich in einem Strukturwandel befindet, bemüht sich um den Aufbau einer ähnlichen Koordinierungsinfrastruktur.

Drei Schüler sehen sich Fotos an; Foto: Friends of the Earth-CEPA Archive

Da es sich bei den SECs um vollkommen neue Einrichtungen handelt, fehlt es an Kapazitäten, Methoden, Kenntnissen und politischer Unterstützung. Diese Lücke will das Projekt schließen. Dazu wird ein Mix aus Maßnahmen eingesetzt, der unter anderem Fort- und Weiterbildungen, Sensibilisierungsinitiativen und Exkursionen umfasst.

Das Projekt hat im Zielgebiet positive ökologische, wirtschaftliche und soziale Wirkungen hervorgebracht. Darüber hinaus trägt es zur Verankerung einer ebenso ambitionierten wie nachhaltigen Energiepolitik in den slowakischen Regionen sowie zu einer schnelleren Umsetzung der Klima- und Energieziele der EU auf regionaler Ebene bei.

Projekt

Das Projekt war in vier Regionen tätig, in drei marginalisierten Bezirken in der Slowakei, in denen Pilotzentren für nachhaltige Energie (SECs) aufgebaut wurden, sowie in der Oberen Nitra, einer Kohleregion, die zur Zeit des Projektbeginns einen Strukturwandel durchlief.

Das Projekt verfolgte drei Ziele: Erstens sollten die wichtigsten regionalen Stakeholder*innen zur Förderung einer nachhaltigen Energiepolitik motiviert werden und den SECs ein starkes Mandat erteilt werden. Unterstützt wurde dieses Ziel durch die Präsentation von praktischen Beispielen für nachhaltige Energiesysteme aus anderen Ländern. Zweitens sollten grundlegende Planungs- und Umsetzungskapazitäten im Zusammenhang mit einer neuen nachhaltigen Energiepolitik aufgebaut werden. Dazu wurden dem Personal der SECs verschiedene Schulungen und Studienreisen angeboten. Drittens wollte das Projekt mit Schulen zusammenarbeiten und Lehrer*innen vermitteln, wie sie mit ihren Schüler*innen das Thema Klimawandel behandeln und ihnen zeigen können, was der Klimawandel und seine Folgen für das Leben der Menschen bedeutet. Dadurch sollte in der Bevölkerung der Wunsch nach einer neuen, nachhaltigen Energiepolitik geweckt werden.

Durch öffentliche Ausstellungen und Vorträge, in denen die Zusammenhänge zwischen dem Energiesektor und dem Klimawandel hervorgehoben wurden, schärfte das Projekt das öffentliche Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Energiepolitik.

Ergebnisse

  • Online-Exkursionen vermitteln gute Energiepraxis: Das Projekt bereitete eine Reihe von 12 Online-Exkursionen zu Orten guter Energiepraxis vor, an denen insgesamt 267 Personen teilnahmen. Alle Exkursionen sind auf dem YouTube-Kanal des Projekts verfügbar und erhöhen die Reichweite des Wissensaustauschs deutlich. Dadurch werden erfolgreiche Beispiele aus der Praxis zugänglich, nachvollziehbar und dauerhaft nutzbar gemacht. 
  • Ausstellung zu Klimagerechtigkeit erreicht über 21.000 Besucher*innen: Eine Ausstellung zu Klimagerechtigkeit wurde an sechs Standorten – vier Gymnasien, einem Museum und einer Bibliothek – gezeigt und von insgesamt 21.463 Besucher*innen gesehen. Sie umfasst 44 großformatige Fotos mit Beschreibungen, die die globalen Ursachen und Folgen des Klimawandels sichtbar machen. Die Ausstellung erhöhte das öffentliche Bewusstsein für Klimagerechtigkeit deutlich. Ergänzend wurde ein Online-Film erstellt und öffentlich gestreamt, was die Wirkung der Ausstellung weiter verstärkte. 
  • Praxisorientierte Klimawandel-Schulungen für Lehrkräfte: Für Lehrkräfte und Jugendbetreuer*innen in den Zielregionen wurden fünf Online-Schulungen durchgeführt, die Themen wie Klimawissenschaft, Klimaprognosen, Klimagerechtigkeit und historische Krisenbewältigung abdeckten. Insgesamt 132 Teilnehmende erhielten praxisorientiertes Wissen, das direkt im Unterricht und in der Jugendarbeit angewendet werden kann. Das Projekt stärkt damit die Bildungskompetenz für Klimathemen und fördert deren Verankerung in Schulen und Jugendeinrichtungen. 
  • Kompetenzaufbau für Energiezentren in der Tschechischen Republik: Im Projekt wurde eine Studienreise für Mitarbeiter*innen der Zentren für nachhaltige Energie (SEC) durchgeführt, die zentrale Themen wie Energieplanung, intelligente Gebäude und Energieerziehung vermittelte. Ergänzend wurden englischsprachige Materialien erstellt und 10 SEC-Koordinierungstreffen organisiert, bei denen die Mitarbeitenden unter Anleitung des Projektteams die Fortschritte ihrer kohlenstoffarmen Strategien diskutierten. Das stärkt ihre fachliche Kompetenz und unterstützt die systematische Weiterentwicklung regionaler Klimastrategien.

Letzte Aktualisierung: Februar 2026

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Publikationen

publications
31.03.2020

Bericht: Educational Guided Visits to Places of Good Energy Practice