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CONGREGATE – Gebäudesanierung und Energiegenossenschaften

Das Projekt ist abgeschlossen. Förderung von Genossenschaften für Gebäudesanierungen und erneuerbare Energien in Süd- und Osteuropa durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung. 

Energieeffizienz Energiewende und klimaneutrale Gebäude

Beitragsbild

Infos zum Projekt

Länder:

Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Rumänien, Tschechische Republik

Dauer des Projekts:

11/20 - 03/23

Zielgruppen:

Verbände, Nationale Regierungen, Lokale Regierungen, Öffentlichkeit

Fördersumme:

878.855,00 €

Kontakt

Kontakt:

Dragomir Tzanev

Durchführende Organisationen:
  • Foundation Center for Energy Efficiency EnEffect
Partner:
  • Association "Cluster for Promoting Nearly Zero Energy Buildings" (ProNZEB)
  • Center for the Study of Democracy (CSD Bulgaria)
  • INZEB
  • SEVEn - The Energy Efficiency Center z.ú.
  • University of Zagreb - Faculty of Civil Engineering

Hintergrund

Energieeffiziente Gebäudesanierungen und die Entwicklung einer „Prosumer“-Mentalität mithilfe von Energiegenossenschaften sind Methoden, die sich auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Energiewende bewährt haben. Allerdings werden in der Regel weder Gebäudesanierungsprogramme noch die Gründung von Energiegenossenschaften von angemessenen Informationskampagnen begleitet.  Deshalb sind sich sowohl die Bürger*innen als auch potenzielle Investor*innen dieser erfolgreichen Maßnahmen nicht bewusst.

Renovierung von Gebäuden in Bulgarien. Foto: (c) Center for Energy Efficiency EnEffect

Projekt

Um Interesse zu wecken und für die Teilnahme an Gebäudesanierungsprogrammen und die Gründung von Energiegenossenschaften zu werben, wurden bei diesem Projekt zwei klassische Vorgehensweisen kombiniert. 

Zunächst wurde eine Informationskampagne für die nationalen Gebäudesanierungsstrategien in Bulgarien, Kroatien und Rumänien konzipiert, die wiederum auf verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt wurde. Das Projekt prüfte und analysierte, inwieweit die laufenden Sanierungsprogramme in jedem einzelnen Land einen Einfluss auf die Energieeinsparung und Kostenersparnis seitens der Bewohner*innen haben und wie sich dies auf ihr Verhalten und ihre Einstellung auswirkte. Die Ergebnisse dieser Studie floßen in zukünftige nationale Kampagnen für bürgerschaftliches Engagement bei Gebäudesanierungsprogrammen ein. 

Danach förderte das Projekt die Gründung von öffentlich-privaten Genossenschaften für erneuerbare Energien in Bulgarien, Griechenland und Tschechien. Zu diesem Zweck wurden pro Land drei Fallstudien durchgeführt und in den teilnehmenden Kommunen Machbarkeitsstudien unterstützt. Danach organisierte das Projekt eine Vielzahl an Veranstaltungen, auf denen die Öffentlichkeit über die Studienergebnisse informiert wurden. 

Ergebnisse

  • Innovatives, datenbasiertes Kommunikationsmodell für Renovierungsstrategien: Ein neues datenbasiertes Kommunikationsmodell wurde entwickelt, getestet und vorgestellt. Es kombiniert technische Messungen (z. B. Energieverbrauch, Raumklima) mit sozioökonomischen Befragungen und liefert damit evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für Politik und Verwaltung. Das Modell unterstützt die wirksamere Umsetzung der nationalen Langfristigen Renovierungsstrategien (LTRS) und stärkt die Qualität energiepolitischer Entscheidungen. 
  • Machbarkeitsstudien fördern Energiegenossenschaften: In Bulgarien, Griechenland und der Tschechischen Republik wurden technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudien zur Gründung von öffentlichen Energiegenossenschaften in neun Pilotkommunen – darunter Sofia, Burgas, Dobrich, Egaleo und Pavlos Melas – durchgeführt. Die Studien führten zu konkreten Umsetzungsschritten und stärkten die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Bürger*innen und Unternehmen. Drei Gemeinden erklärten ihre Bereitschaft zur Gründung von Energiegemeinschaften – ein klarer Hinweis auf die Wirkung des Projekts. 
  • Neue gesetzliche Grundlagen ermöglichen Energiegemeinschaften in Tschechien: Durch die Projektarbeit initiierte die Partnerorganisation SEVEn Änderungen im tschechischen Energiegesetz zur Integration der EU-Richtlinien Renewable Energy Directive (RED II) und Energy Market Directive (EMD). Seit dem 1. Januar 2023 erlaubt eine neue Verordnung erstmals die Nutzung und Teilung von Solarstrom in Mehrfamilienhäusern, wodurch Energiegenossenschaften rechtlich möglich wurden. Das Projekt trug damit direkt zur Schaffung eines gesetzlichen Rahmens für Energiegemeinschaften bei und stärkte die Beteiligung der Bürger*innen an der Energiewende. 
  • Institutionelle Wirkung in Kroatien: Datenerhebung wird nationaler Standard: Die CONGREGATE-Datenerhebungsmethodik wurde von der kroatischen Agentur für Immobilien (APN) in das nationale Wiederaufbau- und Resilienzprogramm (NPOO) integriert. Dadurch wird künftig eine systematische Erfassung und Analyse von Energie- und Gebäudedaten im gesamten Wohnsektor möglich. Das bildet eine zentrale Grundlage für nationales Energiemanagement und eine effiziente Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen. 
  • Kommunikationsstrategien stärken Akzeptanz von Gebäuderenovierungen: Umfassende sozioökonomische und technische Analysen in Bulgarien, Rumänien und Kroatien bildeten die Grundlage für nationale Kommunikationsstrategien zur Förderung der Gebäuderenovierung. Diese wurden auf über 100 Veranstaltungen vorgestellt und verbesserten das Verständnis und die Akzeptanz von Energieeffizienzmaßnahmen. Dadurch beteiligen sich Bürger*innen und Kommunen aktiver an Sanierungsprogrammen und treiben Renovierungen nachhaltiger voran.

Letzte Aktualisierung: Januar 2026

Erfolgsgeschichten

Neue Rahmenbedingungen für Energiegemeinschaften und datengestützte Sanierungspolitik

Das Projekt CONGREGATE setzte wichtige politische und institutionelle Impulse für die Energiewende in Mittel- und Südosteuropa. In der Tschechischen Republik führte die Projektarbeit zu Änderungen im Energiegesetz, mit denen die EU-Richtlinien RES II (Renewable Energy Sources Directive II) und EMD (EU Electricity Market Design Reform) integriert wurden. Seit dem 1. Januar 2023 erlaubt eine neue Verordnung erstmals die Nutzung und Teilung von Solarstrom in Mehrfamilienhäusern, wodurch Energiegemeinschaften rechtlich möglich wurden und die Beteiligung der Bürger*innen an der Energiewende gestärkt wird. Parallel erreichte das Projekt in Kroatien eine institutionelle Verankerung: Die CONGREGATE-Datenerhebungsmethodik wurde in das nationale Wiederaufbau- und Resilienzprogramm (NPOO) aufgenommen. Damit wird künftig eine systematische Erfassung und Analyse von Energie- und Gebäudedaten im gesamten Wohnsektor sichergestellt – ein zentraler Schritt für wirksames nationales Energiemanagement und die zielgerichtete Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen.

Mehr zu diesem Projekt

Publikationen

publications
15.04.2021

Lösungen für den Aufbau von Energiegenossenschaften