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EU-Reformen auf grüne Investitionen im Einzelhandel anwenden

Verbesserung nachhaltiger Finanzkompetenz in Bulgarien, Estland und Rumänien.  Es werden Marktbedingungen geschaffen, die es Privatanlegern erleichtert, ihre Spareinlagen in Finanzprodukte zu investieren, die zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen.

Finanzen Nachhaltige Wirtschaft

Photo ©

Infos zum Projekt

Länder:

Bulgarien, Estland, Rumänien

Dauer des Projekts:

11/23 - 12/25

Zielgruppen:

Öffentlicher Sektor, Privatsektor, Verbraucher

Fördersumme:

613.873,85 €

Kontakt

Kontakt:

Javier Sandin Llorente

Durchführende Organisationen:
  • Sustainable Finance Observatory
Partner:
  • Association of Bulgarian Investor Relations Directors
  • Association of Romanian Financial Services Users
  • Institute of Baltic Studies
  • Institute of Financial Studies (ISF)

Hintergrund

Der EU-Aktionsplan für nachhaltige Finanzen sieht vor, dass Einlagen von Privatkund*innen stärker zur Finanzierung des Übergangs zu einer klimaneutralen Wirtschaft genutzt werden sollen und der Schutz von Anleger*innen verbessert wird. Seit 2022 verpflichtet eine EU-Verordnung zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsfaktoren, -risiken und -präferenzen alle Finanz- und Versicherungsanbieter, die Präferenzen ihrer Kunden bezüglich Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Bulgarien, Estland und Rumänien setzen diese Verordnung nur langsam um. Zwischen dem Angebot und Vertrieb ökologischer Finanzprodukte und der Nachfrage von Kleinanleger*innen, die mit ihren Investitionen nachhaltige Wirkungen erzielen wollen, klafft eine große Lücke. Finanzberater*innen in den drei Ländern sind nicht ausreichend geschult, um grüne Finanzprodukte zu vertreiben, und die Produkte werden oft auf irreführende Weise vermarktet.


Projekt

Das Projekt unterstützt die Umsetzung des EU-Aktionsplans für nachhaltige Finanzen in Bulgarien, Estland und Rumänien. Dabei liegt der Fokus auf dessen Kontrolle, Produktmarketing und -vertrieb sowie auf Nutzung von Einlagen von Privatkund*innen zur Finanzierung der klimaneutralen Wirtschaft.

Die 2° Investing Initiative (2DII), ein unabhängiger, gemeinnütziger Think Tank, der das Projekt durchführt, überträgt seine in den vergangenen drei Jahren gewonnenen Erkenntnisse auf Bulgarien, Estland und Rumänien. Die Projektpartner, darunter der bulgarische Verband für Investor Relations, das Institute of Baltic Studies, das Institute of Financial Studies in Rumänien und die Association of Romanian Financial Services Users, übernehmen in Pilotmaßnahmen getestete Methoden zur Verbraucherforschung, zu Mystery Shopping (Testkäufe), ökologischen Produktanalysen und für Branchenrichtlinien. Das Projekt nutzt die Ideen von www.myfairmoney.eu, einer europäischen Informationsplattform für Privatanleger*innen zu nachhaltigen Finanzen, sowie ein neues Forum zu Greenwashing. Vergleichbare Plattformen werden in den Zielländern als Lernzentren für nachhaltige Finanzen und Greenwashing aufgebaut.


Die Durchführungspartner werden dabei unterstützt, Forschungsergebnisse zu folgenden Themen zu übernehmen oder an ihren jeweiligen Kontext anzupassen:

•    Nachhaltigkeitspräferenzen von Privatanleger*innen – als Ergebnis nutzen die Projektpartner neue Methoden, verfügen über neue Daten und veröffentlichen Berichte.

•    Angebot und Vertrieb von Finanzprodukten – auch hierzu entwickeln sie neue Methoden und erstellen neue Datensätze und Berichte.

•    Kapazitätsentwicklung für Führungskräfte, Produktmanager und -vertriebler – die Partner führen Seminare, Schulungsprogramme und einen Zertifizierungskurs für Berater*innen zu Impact Finance durch.

•    Entwicklung von Instrumenten für nachhaltige Finanzprodukte für Kleinanleger*innen und lokale Interessengruppen – es entstehen lokale myfairmoney-Websites und Informationsplattformen zum Greenwashing.


Das Projekt unterstützt die Mitarbeitenden von lokalen Behörden und Universitäten, Verbraucher*innen und Marktteilnehmenden dabei, ihre im Rahmen des Projekts gewonnenen Erkenntnisse in ihre Arbeit zu integrieren, um so langfristige Wirkungen zu erzielen. Schließlich wird die Umsetzung der EU-Verordnung nachverfolgt, damit bislang ungenutztes Marktpotenzial für grüne Finanzprodukte in den drei Zielländern besser genutzt werden kann. Die Projektergebnisse werden veröffentlicht.

Letzte Aktualisierung: März 2026

Erfolgsgeschichten

Forschung beeinflusst neue Richtlinie für nachhaltige Geldanlagen

Das Projektteam erarbeitete ein EU-Policy Brief zu nachhaltigen Finanzprodukten und sprach dafür mit Bürger:innen, analysierte Finanzberatung (u. a. durch verdeckte Testbesuche, sogenanntes „Mystery Shopping“) und prüfte die Wirkungsaussagen von Anlageprodukten. Die Empfehlungen flossen 2025 in den Entwurf zur Überarbeitung der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) ein – dem zentralen Regelwerk für nachhaltige Finanzprodukte. Neu ist: Anbieter müssen künftig konkret angeben, welche Umweltauswirkungen sie mit ihrem Produkt erzielen wollen, wie diese gemessen werden und welchen Beitrag die Investierenden leisten. Die EU folgt damit der Forderung des Projektteams, wirkungsorientierte Produkte besser erkennbar zu machen – ein wichtiger Schritt gegen „Greenwashing“ und für glaubwürdige Klimafinanzierung.

Mehr zu diesem Projekt

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28.01.2026

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