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Förderung des kohlenstoffarmen Gesundheitswesens

Das Projekt ist abgeschlossen. Mit diesem Pilotprojekt wurden europäische Krankenhäuser in die Lage versetzt und dabei unterstützt, aus ihrem Betrieb resultierende Emissionen nachzuverfolgen. Auf diese Weise konnten sie ihre Umweltauswirkungen quantifizieren und Emissionsreduktionsziele festlegen. Das Projekt legte besonderen Wert auf Narkosegase als eine relativ vernachlässigte Quelle von Treibhausgasemissionen.

Nachhaltige Wirtschaft Wirtschaft

Beitragsbild

Infos zum Projekt

Länder:

Deutschland, Frankreich, Polen, Portugal, Schweden, Spanien

Dauer des Projekts:

10/17 - 03/18

Zielgruppen:

-

Fördersumme:

92.643,34 €

Kontakt

Kontakt:

Anja Leetz

Durchführende Organisationen:
  • Health Care Without Harm Europe (HCWH Europe)
E-Mail:

-

Partner:
-

Hintergrund

Damit die EU ihre Ziele für das Klima- und Energiepaket für 2030 erreichen kann, müssen die Länder nationale Ziele für verschiedene Wirtschaftssektoren festlegen. Während das Gesundheitswesen schätzungsweise 5% der europäischen THG-Emissionen ausmacht, haben nur sehr wenige Gesundheitssysteme ihren CO2-Fußabdruck gemessen oder Emissionsreduktionsziele festgelegt.
Um nationale und europäische Ziele für den Gesundheitssektor festlegen zu können, muss der Sektor zunächst seine Emissionen verfolgen und messen. Sehr wenige Daten über Kohlenstoffemissionen aus dem europäischen Gesundheitssektor (insbesondere aus der Verwendung von Anästhesiegasen) liegen derzeit vor.

Das Projekt will europäische Krankenhäuser in die Lage versetzen, aus ihrem Betrieb resultierende Emissionen nachzuverfolgen, Photo: ©Health Care Without Harm Europe 2017

Projekt

HCWH Europe hat mit 6 Krankenhäusern aus Frankreich, Deutschland, Polen, Portugal, Spanien und Schweden zusammengearbeitet, um Emissionen zu erfassen und Daten auszutauschen. Zwei Experten, die Erfahrung mit technischen Daten und Dateninterpretation haben, haben den beteiligten Krankenhäusern Schulungen und Fachwissen zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen des Projekts wurde ein IT-Tool zur Messung und Berechnung des Kohlenstoffäquivalents von Narkosegasen von einem Software-Berater entwickelt. Während Instrumente zur Quantifizierung von THG-Emissionen aus Energieverbräuchen in unterschiedlichen Sektoren verfügbar sind, ist die Verwendung von Narkosegasen ein Alleinstellungsmerkmal im Gesundheitssektor und Instrumente zur Berechnung entsprechender THG-Emissionen nicht allgemein verfügbar. Die Entwicklung eines solchen IT-Tools erleichtert es dem Gesundheitssektor, sich auf diese THG-Emissionen zu konzentrieren und die Fortschritte von Krankenhäusern bei ihrer Reduktion zu verfolgen.

Ergebnisse

  • Erfassung von spezifischen Krankenhaus-Emissionen: Sechs europäische Krankenhäuser ermittelten erstmals ihre Treibhausgasemissionen aus Energieverbrauch und Narkosegasen. Ein neu entwickeltes Software-Tool ermöglicht es, diese bislang kaum beachtete Emissionsquelle systematisch zu erfassen und zu reduzieren. 
  • Politische Position für klimafreundliches Gesundheitswesen: Die Projektpartner erarbeiteten Leitlinien und ein Briefing-Papier für ein klimafreundliches Gesundheitswesen, die in mehrere Sprachen übersetzt und europaweit verbreitet wurden. 
  • Klima-Know-how für Klinik-Management: Durch Schulungen und Vernetzung über den European Healthcare Climate Council wurden Krankenhausmanager*innen befähigt, Emissionsdaten zu erfassen, Reduktionsziele zu definieren und Klimaschutzstrategien zu entwickeln. 
  • Große nationale und internationale Wirkungen: Die Ergebnisse flossen in nationale Initiativen wie das deutsche „KLIK – Klimamanager für Kliniken“-Programm ein und dienen weltweit – etwa in den USA – als Grundlage für neue CO₂-Reduktionsinstrumente im Gesundheitssektor. 

Aus dem Projekt

Leitprinzipien aus einem Pilotprojekt: Wie wird mit dem CO2-Footprint in der europäischen Gesundheitsversorgung begonnen? (Englisch Französisch Spanisch)
Umweltverträgliche Anästhesiepraxis für Europa: Briefing: (Englisch Französisch Spanisch)

Letzte Aktualisierung: Februar 2026