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Klimafreundliche Gesundheitsversorgung im Mittelmeerraum

Das Projekt ist abgeschlossen. Das Projekt von Health Care Without Harm (HCWH) Europe sollte dazu beitragen, den Mittelmeerraum zu einer Modellregion für eine klimafreundliche Gesundheitsversorgung zu entwickeln.

Energiewende und klimaneutrale Gebäude Klimastrategien und -pläne Wirtschaft

Solarzellen als nachhaltige Stromquelle für Krankenhäuser

Infos zum Projekt

Länder:

Griechenland, Italien, Portugal, Spanien

Dauer des Projekts:

10/19 - 12/21

Zielgruppen:

Privatsektor, EU-Institutionen, Nationale Regierungen

Fördersumme:

248.406,00 €

Kontakt

Kontakt:

Mireia Figueras Alsius

Durchführende Organisationen:
  • Health Care Without Harm Europe (HCWH Europe)

Hintergrund

Der Gesundheitssektor hat weltweit einen Anteil von 4,4 Prozent am Netto-Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen. Damit trägt der Sektor zu Gesundheitsbelastungen bei, was jedoch seinem Zweck widerspricht. Vor diesem Hintergrund bestehen im Gesundheitssektor besondere Anreize für das Engagement im Klimaschutz. Erstens muss der Gesundheitssektor seine Treibhausgasemissionen verringern und zweitens kann er gesellschaftliche und politische Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung federführend vorantreiben.

Mit dem Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur nehmen auch die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu. Gerade der Mittelmeerraum sieht sich bereits jetzt mit konkreten Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Dazu zählen beispielsweise extreme Hitzewellen und ein steigender Meeresspiegel. Gleichzeitig bestehen jedoch zahlreiche Möglichkeiten zur Verringerung oder sogar vollständigen Vermeidung von klimaschädlichen Emissionen – beispielsweise durch die Nutzung von Solarenergie und den Einsatz von stromsparender Kühl- und Klimatechnik. Das Projekt zielte darauf ab, diese Chancen und Herausforderungen anzugehen und den Übergang zu einer klimafreundlichen Gesundheitsversorgung durch die Zusammenarbeit mit Krankenhäusern im Mittelmeerraum zu fördern. 

doctors-2607295Große Potentiale für Emissionsreduktion im Gesundheutswesen. Photo: Pixabay

Projekt

Das Projekt hat den teilnehmenden Krankenhäusern dabei geholfen, eigene Teams aufzubauen, Pläne für das CO2-Management zu entwickeln und den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren zu fördern. Außerdem unterstützte das Projekt die Verbreitung von erfolgreichen Methoden mithilfe des Toolkits „Klimafreundliche Gesundheitsversorgung“, das von anderen Krankenhäusern genutzt werden kann. Das Toolkit wurde zusammen mit Fallstudien aus den teilnehmenden Krankenhäusern auf dem European Healthcare Climate Summit 2021 vorgestellt.  

Außerdem entwickelte das Projekt strategische und politische Empfehlungen und bezog dazu eine Vielzahl an Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitssektor mit ein, u.a. aus der Mittelmeerregion aber auch darüber hinaus. Auf der Grundlage der Empfehlungen wurde ermittelt, welche Gesetzesänderungen notwendig sind, um den Übergang zu einer klimafreundlichen Gesundheitsversorgung im Mittelmeerraum zu beschleunigen.

Ergebnisse

  • Klimaschutzpläne für Krankenhäuser: Für vier Krankenhäuser in Spanien, Portugal und Griechenland wurden Klimaschutzpläne erstellt und von den Krankenhausleitungen genehmigt. Sie legen fest, dass die Krankenhäuser bis 2050 klimaneutral werden sollen und die CO₂-Emissionen bis 2030 um 19 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2019 reduziert werden, sodass insgesamt rund 17.031 Tonnen CO₂ (2020–2030) eingespart werden. 
  • Unterstützung für systematische Klimaschutz-Planung: Das Projektteam entwickelte ein Tool zur Dekarbonisierung im Gesundheitswesen und ermöglicht es damit Krankenhäusern, Klimaschutz systematisch in ihre Planung zu integrieren. Es bietet Mitarbeitenden Hilfsmittel zur Emissionsberechnung, Vorlagen, praxisnahe Anleitungen und Fallstudien und erleichtert so die Erstellung eigener Klimaschutzpläne. Das Set wurde beim European Healthcare Climate Summit 2021 und auf der CleanMed Europe präsentiert und erreichte damit zentrale Akteur*innen, die den Klimaschutz im Gesundheitswesen europaweit vorantreiben.  
  • Politikberatung: Das Projektteam entwickelte Empfehlungen zur Dekarbonisierung des Gesundheitssektors und übergab diese an die Gesundheitsministerien in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien sowie an hochrangige EU-Entscheidungsträger*innen wie die EU-Gesundheitskommissarin und den Vizepräsidenten für den European Green Deal. So können wichtige Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern in politische Prozesse einfließen.  

Letzte Aktualisierung: Februar 2026

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