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INVESTIGATE – Verbesserung der nationalen Treibhausgasinventare für organische Böden und Minderungspotential

Das Projekt ist abgeschlossen. Das im Rahmen dieses Projektes entstandene Konsortium relevanter europäische Partner aus Forschungs- und Durchführungsinstitutionen sowie Netzwerke für den Wissenstransfer führte zur Verbesserung der nationalen Treibhausgasinventare für organische Böden in verschiedenen europäischen Ländern.

Böden CO₂-Entnahme und -Senken Landwirtschaft Moore

peatland,

Infos zum Projekt

Länder:

Dänemark, Deutschland, Finnland, Lettland, Rumänien

Dauer des Projekts:

11/17 - 10/18

Zielgruppen:

Nationale Regierungen, Öffentlicher Sektor, EU-Institutionen

Fördersumme:

115.618,38 €

Kontakt

Kontakt:

Wendelin Wichtmann

Durchführende Organisationen:
  • Institute of Sustainable Development of Landscapes of the Earth e.V. (DUENE)
Partner:
  • Latvian State Forest Research Institute "Silava"

Hintergrund

Organische Böden (einschließlich Moore) auf nur 3% der globalen Landfläche binden mehr Kohlenstoff als die gesamte Waldbiomasse. Wenn diese Böden entwässert werden, wird das organische Bodenmaterial oxidiert und als Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt. In Europawurden bereits ca. 275.000 km² organische Böden entwässert. Die Europäische Union (EU) ist nach Indonesien für die größten Torfemissionen weltweit verantwortlich. In den nordischen und baltischen Staaten machen entwässerte Moore 25% aller nationalen anthropogenen Emissionen aus. Trotz dieser Bedeutung werden organische Böden in den Nationalen Inventareinträgen (National Inventory Submissions, NIS) nur unzureichend ausgewiesen, insbesondere aufgrund großer Unsicherheiten in Bezug auf die Daten der Aktivität (Fläche) und unzureichender oder nicht verfügbarer Emissionsfaktoren, insbesondere spezifischer Minderungsmaßnahmen. Darüber hinaus bleiben organische Bodenemissionen in der Klimapolitik unerkannt, wenn der Landsektor undifferenziert berücksichtigt wird. Die getrennte Erfassung der landwirtschaftlichen Emissionen in den Sektoren „Landwirtschaft“ und „Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft“ (LULUCF) verschleiert, dass die CO2 – Emissionen aus organischen Böden, d.h. aus einem geringen Teil der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche, gleich groß sind wie CH4-Emissionen aus allen Tierhaltungs- und N2O-Emissionen der landwirtschaftlichen Düngung.

Projekt

INVESTIGATE bildete ein Konsortium europäischer Partner aus Forschungs- und Durchführungsinstitutionen, um Netzwerke und Kapazitäten für den Wissenstransfer aufzubauen. Dies führte zur Verbesserung der nationalen Treibhausgasinventare für organische Böden in verschiedenen europäischen Ländern, da THG-Minderungspotenziale aus entwässerten organischen Böden wenig wahrgenommen wurden. 

INVESTIGATE befasste sich mit wissenschaftlichen und technischen Fragen im Zusammenhang mit der Inventarisierung von Treibhausgasemissionen. Zusätzlich wurde die Integration und Anwendung innovativer Ergebnisse und neuer Technologien in den nationalen Treibhausgasinventaren vorbereitet. Das Projekt trug zudem zur Verbesserung des Austauschs von Fachwissen und des grenzüberschreitenden Dialogs zwischen dem Sekretariat der Klimarahmenkonvention und führenden Wissenschaftlern im Bereich der Torfmoore innerhalb und zwischen strategisch ausgewählten EU-Ländern bei. Die Zusammenarbeit in Bezug auf die Treibhausgasbilanzierung und die Verringerung der Emissionen aus der Wiedervernässung der Moore wurde so in der gesamten EU gefördert.

Ergebnisse

  • Empfehlungen zur Berichterstattung über Treibhausgasemissionen aus organischen Böden: Eine im Rahmen des Projekts verfasste Analyse liefert Empfehlungen, wie nationale Treibhausgasinventare verbessert, das Bewusstsein für Emissionen aus Mooren geschärft und Minderungspotenziale in den Partnerländern sichtbar gemacht werden können. Über 150 politische Entscheidungsträger*innen erhielten diese Studie, unter anderem auf der UN-Klimakonferenz COP 24. 
  • Bessere Datengrundlage und mehr Wissen: In Irland und weiteren EU-Staaten wurden organische Böden kartiert, um deren Verbreitung, Ausdehnung und Zustand zu erfassen. Damit existiert eine bessere Datengrundlage für Klimaschutzmaßnahmen, Landnutzungsplanung und das Management von Moor- und Torfböden. Zudem wurde untersucht, wie sich eine landwirtschaftliche Nutzung unter nassen Bedingungen – etwa mit Schilf, Rohrkolben oder Torfmoosen – ökologisch und wirtschaftlich umsetzen lässt. 
  • Fachnetzwerk: Durch die Zusammenarbeit in diesem Projekt etwa bei 13 Workshops entstand ein nachhaltiges Netzwerk von Expert*innen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen und damit etwa Ansätze zur Verbesserung der nationalen Treibhausgasinventare weiter aufeinander abstimmen. 
  • Basis für weitere Kooperationsprojekte: Die Projektergebnisse inspirierten drei weitere Projektanträgen, die sich auf Moorüberwachung, Treibhausgasminderung und Biodiversitätsschutz konzentrieren und Partner aus Deutschland, Polen, Lettland und Finnland einbeziehen.


Letzte Aktualisierung: Dezember 2025

Mehr zu diesem Projekt

Publikationen

publications
19.12.2018

Briefing: Reporting Greenhouse Gas Emissions from Organic Soils in the European Union: Challenges and Opportunities