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EnPover –Minderung der Energiearmut in Kommunen

Das Projekt ist abgeschlossen. Ziel war die Entlastung von Energiearmut bedrohter Haushalte durch die Förderung kostengünstiger Energieeffizienzmaßnahmen sowie kommunaler Initiativen und Aktivitäten.

Energiearmut Energieeffizienz Energiepolitik Energiewende und klimaneutrale Gebäude

Beitragsbild

Infos zum Projekt

Länder:

Deutschland, Polen, Ungarn

Dauer des Projekts:

10/19 - 06/21

Zielgruppen:

Lokale Regierungen, Verbraucher

Fördersumme:

288.981,00 €

Kontakt

Kontakt:

Patrycja Płonka

Durchführende Organisationen:
  • Association of Municipalities Polish Network "Energie Cités" (PNEC)
Partner:
  • Deutsche Umwelthilfe (DUH) e.V.
  • Energiaklub Climate Policy Institute and Applied Communications Association (Energiaklub)

Hintergrund

Ein Großteil der Treibhausgasemissionen der EU entfällt auf Privathaushalte. Gleichzeitig sehen sich Privathaushalte vielfach mit steigenden Energiekosten konfrontiert und sind dadurch von Energiearmut bedroht. Kostengünstige Energiesparmaßahmen bieten die Chance, beide Herausforderungen zu bewältigen. Dazu sind Verhaltensänderungen und ggf. kleinere Investitionen notwendig. Beides kann von den Kommunen gefördert werden. Das Projekt leistet einen Beitrag zu den übergeordneten Klimazielen der Projektländer und fügt sich damit perfekt in die europäischen Klima- und Energiesparziele für 2030 ein.

Durch die Förderung von Dialog- und Lernprozessen, Sensibilisierungsmaßnahmen und Wissenstransfer werden wichtige Bedarfe in den Kommunen gedeckt. Dennoch dürfte es sinnvoll sein, das Projekt durch ein Vorhaben zu ergänzen, das speziell auf gefährdete Privathaushalte ausgerichtet ist.



Projekt

EnPover Municipalities verfolgte ein ökologisches und ein soziales Ziel: Zum einen sollten Treibhausgasemissionen der Privathausalte reduziert werden, zum anderen strebte das Projekt eine Minderung der Energiearmut von einkommensschwachen Privathaushalten an. Zur Erreichung beider Ziele wurden kommunale Akteure in die Lage versetzt, die betroffenen Privathaushalte besser zu unterstützen. Dazu förderte das Projekt kostengünstige Energiesparmaßnahmen und konzentrierte sich auf kommunale Initiativen und Programme in Polen, Ungarn und Deutschland. 

Im Rahmen des Projektes wurden fast 40 gute Praxen für erfolgreiche kommunale Maßnahmen gesammelt, die sich an von Energiearmut bedrohte Haushalte richten. Diese wurden in einer Broschüre aufgearbeitet und weiteren Kommunen, die die Umsetzung kostengünstiger Energieeffizienzmaßnahmen in gefährdeten Haushalten in ihrem Gebiet erleichtern wollen zur Verfügung gestellt. 

Zudem wurde im Rahmen des Projektes ein Toolkit für maßgeschneiderte Förderprogramme erstellt, die die die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in von Energiearmut betroffenen Haushalten erleichtern. Das Toolkit führt kommunale Fachleute durch alle wichtigen Schritte des Prozesses, angefangen von der Bewertung der Energiearmut auf lokaler Ebene über die Entwicklung gezielter Aktionspläne und die Umsetzung verschiedener Maßnahmen bis hin zu den Überwachungsaktivitäten. 

Blick auf Industriegebiet in Polen, Photo: ©Marcin Jozwiak

Auf Grundlage, der im Laufe des Projekts gewonnenen Erkenntnisse und der gesammelten bewährten Praktiken, haben sieben der zehn beteiligten Kommunen Sensibilisierungskampagnen gestartet, die darauf abzielen, das Energiebewusstsein schutzbedürftiger Bürgerinnen und Bürger zu schärfen. Diese wurden zudem darüber informieren, wie sie ihre prekären Energiesituation mit geringen oder gar keinen Kosten verbessern können und wo sie Mittel für größere Verbesserungen beantragen können.

Ergebnisse

  • Gestärkte kommunale Handlungskompetenz zur Minderung von Energiearmut und Emissionen: Durch gezielte Kapazitätsaufbau- und Vernetzungsaktivitäten konnten zehn Kommunen in Polen (Jasło, Sztum and Zamość), Ungarn (Miskolc; Szentendre; Tibolddaróc; Bükkábrány; Pilisborosjenő) und Deutschland (Nürnberg und München) ihre Fähigkeit deutlich verbessern, Maßnahmen für energiearme Haushalte zu planen und umzusetzen. Diese gestärkte institutionelle Kompetenz führte zu konkretem lokalem Handeln: In sieben Pilotstädten wurden Sensibilisierungskampagnen gestartet, die energiesparendes Verhalten bei vulnerablen Haushalten fördern. Dadurch wird der Energieverbrauch auf Haushaltsebene reduziert und indirekt zu lokalen Emissionsminderungen beigetragen, während zugleich soziale Herausforderungen adressiert werden. 
  • Aufbau eines wirksamen kommunalen Fachnetzwerks zur nachhaltigen Bekämpfung von Energiearmut: Durch das Projekt entstand ein aktive, länderübergreifende Fachnetzwerkstruktur, in der kommunale Akteur*innen ihr Wissen gezielt austauschten und voneinander lernten. Die Teilnehmenden bauten praxisrelevante Kompetenzen zur Analyse von Energiearmut sowie zur Entwicklung und Umsetzung wirksamer Maßnahmen auf, belegt durch den intensiven Austausch zu konkreten Fallbeispielen, Werkzeugen und erprobten Lösungsansätzen aus mehreren europäischen Ländern. Virtuelle Studienbesuche (in Deutschland und Ungarn als videounterstützte Online-Präsentationen, in Polen als Kurzvideos zu lokalen Energieeinsparmaßnahmen) stärkten die Interaktion zwischen den Pilotstädten zusätzlich. Diese nachhaltige Vernetzung fördert die langfristige Anwendung und Weiterverbreitung energieeinsparender Maßnahmen in Kommunen. 
  • Nachhaltiger Wissenstransfer durch praxisorientiertes Toolkit gegen Energiearmut: Das Projekt hat eine umfangreiche Sammlung bewährter Praxisbeispiele aus Polen, Ungarn und Deutschland zusammengestellt und daraus ein praxisorientiertes Toolkit für kommunale Fachkräfte entwickelt, das Schritt für Schritt bei der Analyse von Energiearmut, der Einbindung vulnerabler Haushalte und der Umsetzung konkreter Maßnahmen unterstützt. Dieses Toolkit fördert kompetenzbasiertes Handeln in Kommunen und ermöglicht die Anwendung von erprobten Energieeffizienzmaßnahmen. Die Veröffentlichung als frei zugängliches Toolkit und eines ergänzenden Good-Practice-Booklets erleichtert die Nachahmung bewährter Ansätze in weiteren Städten.

Letzte Aktualisierung: Februar 2026

Mehr zu diesem Projekt

Publikationen

publications
24.02.2001

Maßnahmen für mehr Energieeffizienz in einkommensschwachen Haushalten