Auf allen Ebenen für einen gerechten Kohleausstieg werben

Mehr als 500 Vertreter*innen von EU-Institutionen, Kohleregionen, Unternehmen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen trafen sich zur „EU Coal Regions in Transition Platform“. Während der Veranstaltung enthüllte das EUKI-Projekt „Regionen und Kommunen für einen gerechten Kohleausstieg“ die Ergebnisse von drei Studien über Kohleregionen in Polen, Bulgarien und Griechenland. Der Projektträger WWF demonstrierte anhand von neuen Daten welche Arbeitsplätze vor Ort gefährdet sind und zeigte dem anwesenden EU-Personal das große Potenzial für die Schaffung neuer Stellen auf.

Erneuerbare Energien freisetzen

Die Studie „Unlocking Low Cost Renewables in South East Europe“ des EUKI-Projekts „Energiewende-Dialog in Südosteuropa“ hat gezeigt, dass einige wenige politische Maßnahmen helfen würden, das Risiko für Investitionen in erneuerbare Energien erheblich zu senken. Die Kosten könnten dabei um stolze 20% fallen. Für Onshore-Windkraftanlagen in Griechenland beispielsweise könnte der Preis auf 46 EUR/MWh und damit deutlich unter die Kosten für fossile Kraftwerksprojekte sinken. Zu den wirkungsvollsten Risikominimierungsmaßnahmen gehören der EU-Haushaltsgarantiemechanismus sowie verlässliche Vergütungsregelungen und langfristige Ausbauziele für Erneuerbare. Die Ergebnisse wurden mit Entscheidungsträger*innen sowohl bilateral als auch auf einem abschließenden Projektworkshop im Juni 2021 diskutiert.

Ein Hauch von frischer Luft

„Clean Heat“ entwickelte eine Strategie, um die Luftverschmutzung in Polen zu reduzieren. Dabei erzielte das Team von Forum Energii nicht nur auf nationaler, sondern auch auf lokaler Ebene nachhaltige Ergebnisse: Die durchgeführten Analysen wurden 2020 vom polnischen Klimaministerium veröffentlicht und trugen maßgeblich zur Entscheidung bei, die Nutzung von Kohle in Städten bis 2030 und in Dörfern bis 2040 zu beenden.

Gemeinsame Leitlinien

Auf vier Studienreisen in Deutschland, Griechenland, Bulgarien und Polen haben sich 108 europäische Stakeholder zu ihren Erfahrungen mit dem Kohleabbau ausgetauscht. 239 Betroffene, die in Kohleregionen arbeiten, haben an 8 Workshops zum Kapazitätsaufbau teilgenommen. Beide Maßnahmen schafften eine Atmosphäre des Vertrauens und die Basis dafür, gemeinsam Leitlinien für einen gerechten Strukturwandel zu entwickeln.

Unterschriften für einen gerechten Kohleausstieg

Ein neu eingerichtetes „Forum der Bürgermeister für einen gerechten Kohleausstieg“ mit 58 Teilnehmenden aus Kohleregionen unterzeichnete eine gemeinsame Erklärung zum Strukturwandel. Es fand 2018 in Kozani (Griechenland), 2019 in Weißwasser (Deutschland), 2020 in Bytom und 2021 in Konin (Polen) statt. Kontinuität, Gemeinschaftlichkeit und Fairness sind die Triebkräfte im Projekt „Regionen und Kommunen für einen gerechten Kohleausstieg“.