Ausweitung des deutschen Bürgerenergiekonzepts auf weitere Regionen in Europa

Das Projekt trägt dazu bei, dass die Bestimmungen zur Unterstützung von gemeinschaftlichen Energieversorgungsprojekten („Bürgerenergie“) im Rahmen des Pakets „Saubere Energie für alle Europäer“ (CEP) ambitioniert umgesetzt werden. Sie sollen zur Förderung von öffentlichen Initiativen im Bereich der erneuerbaren Energien genutzt werden. Der Fokus der Projektarbeit liegt auf Ungarn und Spanien.

Inhalte und Maßnahmen

Die Richtlinie über erneuerbare Energien und die Richtlinie über den Elektrizitätsmarkt enthalten jeweils Artikel, die die Bürgerenergieprojekte konkret benennen und diesen das Recht einräumen, ihren eigenen Strom zu erzeugen, zu speichern und zu verkaufen.

Das Projekt bietet örtlichen Umwelt- und Gemeindegruppen sowie kommunalen Stakeholdern in Ungarn und Spanien Informationen über die Bestimmungen des Energiepakets und das Potenzial, das Gemeinschaftsprojekte für die Energieversorgung bieten. Dadurch werden die Begünstigten in die Lage versetzt, ihre eigenen Projekte vor Ort zu starten und nationale und lokale Entscheidungsträger gezielt anzusprechen.

Personengruppe in Form einer Windmühle vor dem EU-Parlament.

„Die Volkswindmühle“: Öffentliches Handeln zur Unterstützung des Konzepts der Bürgerenergie vor dem Europäischen Parlament. Foto: FoEE

Darüber hinaus engagiert sich das Projekt im Kapazitätsaufbau für nationale, regionale und lokale Entscheider. Dadurch trägt das Projekt dazu bei, dass Gesetzesänderungen zu Gunsten der Gemeinden eines Landes oder einer Region auch umgesetzt werden. Dies geschieht insbesodnere durch den Abbau von Hürden.

Das Projekt gibt wichtigen europäischen Entscheidungsträgern Informationen über die Lage der Bürgerenergieinitiativen sowie die Fortschritte bei der Umsetzung des CEP an die Hand. Damit können sie die Projektländer bei der Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen für eine gemeinschaftliche Energieversorgung besser unterstützen.

Ferner sorgt das Projekt durch die Betreuung von Bürgerenergieprojekten und die Förderung von Partnerschaften zwischen einzelnen Energiegenossenschaften für einen europaweiten Wissens- und Erfahrungsaustausch über bewährte Praktiken. In diesem Zusammenhang werden in Ungarn und Spanien nationale Arbeitsgruppen aufgebaut, die mit der immer größer werdenden europäischen Energiekoalition verbunden sind.

Hintergrund

Europäische Länder wie Deutschland, Dänemark und zum Teil auch Belgien haben gezeigt, welches Potenzial das Konzept der Bürgerenergie bietet und welche zentrale Rolle die Bürgerinnen und Bürger bei der Energiewende spielen können. In den meisten europäischen Mitgliedstaaten fehlen jedoch die rechtlichen Voraussetzungen für eine gemeinschaftliche Energieversorgung. Deshalb entstehen viele Projekte gar nicht erst. Wie in vielen mitteleuropäischen Ländern ist auch in Ungarn das Konzept der gemeinschaftlichen Energieversorgung nicht sehr weit verbreitet, und es gibt nur wenige Pilotprojekte. In Spanien haben verschiedene rückwirkend in Kraft getretene Änderungen zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Eigenverantwortung der Gemeinden die bislang dynamische Entwicklung gebremst. Mit der Umsetzung des Clean Energy Package (CEP) besteht jedoch die Möglichkeit, dies zu ändern.

Projektdaten

Stand: Februar 2019

Länder: Spanien, Ungarn

Projektdauer: 09/18 - 12/20

Fördersumme: 279.999 €

Zielgruppen: EU Institutionen, Regierungen, Regionale Entscheidungsträger, Städte und Gemeinden

Durchführende Organisation:
Friends of the Earth Europa (FoEE)

Projektpartner:
Friends of the Earth Spanien (AdT), Friends of the Earth Ungarn (MTVSZ)

Projekt Webseite: foeeurope.org/

Ansprechpartner

Frau Susann Scherbarth

Organisation: Friends of the Earth Europe

Adresse:
Rue D’Edimbourgh 26
1050 Brussels
Belgien

Email: susann.scherbarthfoeeurope.org

Tel: +32 (0)2 893 1014

EUKI

Die Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI)

Das Projekt ist Teil des Ideenwettbewerbs der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI). Die EUKI ist ein Finanzierungsinstrument des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Der EUKI-Ideenwettbewerb wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt. Übergeordnetes Ziel der EUKI ist die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (EU) zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Weitere Informationen über EUKI: www.euki.de