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EU-Mittel zur Klimaneutralität lenken

Das Projekt ist abgeschlossen. Sicherstellen, dass Partnerschaftsvereinbarungen über EU-Fonds (PAs) und nationale Aufbau- und Resilienzpläne (NRRPs) die erfolgreiche Umsetzung des Europäischen Grünen Deals in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, Polen und Lettland fördern.

Finanzen Klimapolitik Klimastrategien und -pläne

Beitragsbild

Infos zum Projekt

Länder:

Bulgarien, Lettland, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn

Dauer des Projekts:

09/21 - 12/23

Zielgruppen:

Nationale Regierungen, EU-Institutionen, Zivilgesellschaft, Medien

Fördersumme:

781.473,41 €

Kontakt

Kontakt:

Csaba Mezei

Durchführende Organisationen:
  • CEEweb for Biodiversity
Partner:
  • CDE - Centre for Transport and Energy
  • Clean Air Action Group (CAAG)
  • Economic Policy Institute (EPI)
  • European Environmental Bureau (EEB)
  • Focus Eco Center
  • Green Liberty
  • Institute for Sustainable Development Foundation (ISD)
  • Slatinka Association
  • Umanotera, The Slovenian Foundation for Sustainable Development

Hintergrund

Mit dem mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) und der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) legt die EU ihre Ausgabenprioritäten für Zeiträume von jeweils sieben Jahren fest. Zweck dieser Instrumente ist es, abstraktere politische Ziele, wie zum Beispiel Klimaziele, in wirtschaftlicher Hinsicht in die Realität zu übertragen, beispielsweise durch zusätzliche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Der MFR und die RRF für den Zeitraum 2021–2027 sind wichtige Säulen für die Umsetzung des Europäischen Grünen Deals. Die EU-Mitgliedstaaten haben Vorschläge für Partnerschaftsvereinbarungen über EU-Fonds (PAs) und nationale Aufbau- und Resilienzpläne (NRRPs) ausgearbeitet, die in den MFR und die RRF einfließen. Diese Dokumente sind jedoch nicht ausreichend auf den Europäischen Grünen Deal abgestimmt und stehen daher dem Ziel der EU-Fonds – der Klimaneutralität – im Weg.

Klimafinanzierung, Photo: ©Pixabay



Projekt

Die Zielgruppe des Projekts bestand aus Vertreter*innen nationaler und lokaler Regierungen, Unternehmensgruppen, Wissenschaftler*innen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medienvertreter*innen in den Projektländern. Durch die Projektmaßnahmen wurden sie in die Lage versetzt und ermutigt, fundierte Debatten über Klimapolitik und EU-Fonds zu initiieren und sich daran zu beteiligen. Die Projektmitglieder boten zum einen Schulungen und Workshops an, bei denen die Teilnehmer*innen Wissen zu den EU-Finanzierungsmechanismen erlangten, vor allem inwiefern diese zur Klimaneutralität beitragen. Zum anderen veröffentlichte das Projektteam Berichte zu bewährten Vorgehensweisen bei der klimaneutralen Verwendung von EU-Mitteln sowie Vorschläge für die nationalen Operationellen Programme (OPs) in den Zielländern. Diese Berichte und Vorschläge dienten als Grundlage für Newsletter, Online-Artikel und Posts in sozialen Medien, mit denen die Projektpartner ihre Erkenntnisse und ihr Wissen in die EU-Institutionen und die europäische Öffentlichkeit trugen. Darüber hinaus versuchte das Projektteam auf persönlichen Treffen oder mittels direktem Kontakt und Präsentationen auf Veranstaltungen europäische, nationale und lokale Entscheidungsträger*innen zu erreichen, damit diese Zugang zu verfügbarem und wertvollem Wissen und Erkenntnissen über die klimaneutrale Nutzung von EU-Mitteln erhielten und so zur Umsetzung des Europäischen Grünen Deals beitragen konnten.

Ergebnisse

  • Aus für ein geplantes LNG-Terminal: In Skulte (Lettland) wurden Pläne zum Bau eines LNG-Terminals fallengelassen, nachdem der Projekt-Partner Green Liberty – basierend auf fundierten Analysen – in öffentlichen Kampagnen vermittelte, dass bestehende Kapazitäten in der Region ausreichen. Dadurch wurde eine klimaschädliche Investition verhindert und der Fokus auf nachhaltige Energiekooperationen im Baltikum gestärkt.
  • Starke zivilgesellschaftliche Stimme: Mithilfe des Projekts entwickelte sich die NGO Umanotera zum führenden zivilgesellschaftlichen Akteur für grüne öffentliche Finanzen in Slowenien. Die Organisation ist Mitglied im nationalen Monitoring-Komitee, arbeitet in einem interministeriellen Team zu grünem Budgeting und koordiniert Treffen mit EU-Vertreter*innen zur Umsetzung des nationalen Wiederaufbauplans.
  • Neue Erkenntnisse über nationale Umsetzung von EU-Fonds: Das Centre for Transport and Energy setzte seine Arbeit zur Überwachung von EU-Fonds und ihres Beitrags zum Klimaschutz in der Tschechischen Republik fort. In einer Studie untersuchte es die bisherige Umsetzung der EU-Fonds unter Klimagesichtspunkten. Die Studie zeigt, dass sich die Gesamtausgaben und die klimabezogenen Ausgaben der EU-Fonds in der Tschechischen Republik relativ zersplittert auf viele Themen verteilen. Das könnte die Fähigkeit des Landes beeinträchtigen, seine Klimaverpflichtungen zu erfüllen.  
  • Empfehlungen für öffentliche Investitionen: Der Projektpartner Green Liberty analysierte 28 EU-finanzierte Verkehrsprojekte in Lettland. Die Studie zeigte auf, wo Fördermittel ineffizient eingesetzt wurden, und gab Empfehlungen für eine bessere Ausrichtung öffentlicher Investitionen auf die Erreichung der europäischen Klimaziele. Dadurch haben Behörden in Lettland begonnen, Projekte stärker nach ihrem Beitrag zur Emissionsminderung und nach ihrer gesellschaftlichen Wirkung zu bewerten. 
  • Politikberatung: Der Projektpartner Clean Air Action Group belegte in einer Studie, dass viele Straßenbauprojekte in Europa auf fehlerhaften Kosten-Nutzen-Berechnungen basieren. Der Bericht wurde an die Europäische Kommission weitergeleitet und stärkte die Position, EU-Mittel gezielt von klimaschädlichen Straßenbauten abzuziehen. Zudem kam eine Analyse des Entwurfs des ungarischen REPowerEU-Kapitels zu dem Schluss, dass der Entwurf Projekte enthält, die zu einem erheblichen Anstieg der CO2-Emissionen beitragen. Daraufhin wurden diese Projekte, wie die Entwicklung von Ölraffinerien, aus der endgültigen Fassung des Kapitels gestrichen. 
  • Praxisbeispiele zur Nutzung von Fördermitteln: Im Rahmen des Projekts wurde eine Datenbank mit bislang 280 erfolgreichen Projekten und Förderpraktiken aus Mittel- und Osteuropa erstellt. Die Datenbank zeigt auch vermeidbare Fehler im Zusammenhang mit EU-Fördermitteln auf.  


Auf Grundlage der gesammelten Informationen wurde das Dokument „Key Recommendations on the Efficient Use of EU Funds in Central and Eastern Europe“ erstellt. Es soll die EU-Kommission dabei unterstützen, Entscheidungen fundierter, transparenter und stärker auf der Basis bewährter Praktiken zu treffen, damit EU-Fördermittel effizienter und klimafreundlicher eingesetzt werden.

Letzte Aktualisierung: Januar 2026

Erfolgsgeschichten

EU-Fonds als Hebel für Klimaschutz

Das Projekt "EU-Mittel zur Klimaneutralität lenken" zeigt, wie EU-Mittel Klimaschutz vorantreiben können. Zivilgesellschaftliche Organisationen (CSOs) wurden mit Wissen über den Europäischen Green Deal und dessen Finanzinstrumente gestärkt, während Entscheidungsträger für die Bedeutung von EU-Fördermitteln sensibilisiert wurden. Die Arbeit trug zu strengeren Regeln für EU-Gelder und zur teilweisen Aussetzung von Mitteln an Polen und Ungarn bei. Ein Highlight war die Studie zu Schwächen von Kosten-Nutzen-Analysen im Straßenbau, die bis heute in Verkehrspolitik-Debatten genutzt wird. Aufbauend auf den Projekterfahrungen starteten die Partner ein Folgeprojekt, um Wissen, Netzwerke und Wirkung langfristig zu sichern.

Eine Datenbank trägt Früchte

Das EUKI-Projekt "EU-Mittel zur Klimaneutralität lenken" sprach 98 Entscheidungsträger*innen und Interessenvertreter*innen in 8 teilnehmenden Ländern Empfehlungen für die klimafreundliche Verwendung von insgesamt 240 Milliarden Euro aus. Durch die Analyse von 58 Best Practices aus 8 Ländern formulierte das Team außerdem politische Empfehlungen, die über 75 Millionen Menschen erreichten.

Wohin gehen EU-Gelder?

Das EUKI-Projekt “EU-Mittel zur Klimaneutralität lenken“ betreibt eine interaktive Datenbank, in der nur Projektbeispiele aus Mitteleuropa aufgelistet werden, die effizienten Klimaschutz betreiben. Bereits mehr als 25 Einträge zeigen, wo Geld investiert wird, das die Energiewende voranbringt. Schon in den ersten zehn Monaten hat das Projekt 56 Millionen Interessierte sowie handelnde Politiker*innen in 8 Zielländern erreicht. Durch die wachsende Transparenz können EU-Mittel effizienter verteilt und zu klimawirksamen Vorhaben gelenkt werden.

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