Living Streets

Ziel

Das Projekt beabsichtigt, Städte und Netzwerken in Griechenland, Kroatien und Portugal in die Lage zu versetzen, ihre Bürger*innen verstärkt in die Lösung von Energie- und Klimafragen einzubinden. Durch die Sperrung von Straßen für den Kraftfahrzeuge, verwandelt Living Streets gewöhnliche Straßen in gesellschaftliche Treffpunkte, an denen die Bürger*innen mit Beteiligten aus lokalen Klimaprojekten zusammenkommen und sich austauschen können.

Auf diese Weise können die Bürger*innen den Klimaprojekten Feedback geben und gleichzeitig die Chancen erleben, die eine autofreie Stadt bietet. Die politischen Entscheider wiederum machen die Erfahrung, wie positiv sich diese Beteiligung auf die Umsetzung von politischen Maßnahmen auswirken kann.

Projekt

Living Streets verfolgt zwei Ziele: Erstens sollen Netzwerke und Städte in die Lage versetzt werden, ihre Bürger*innen verstärkt in die Lösung von Klima- und Energiefragen einzubinden. Zu diesem Zweck bringt das Projekt Akteure aus Griechenland, Kroatien und Portugal zusammen. Zweitens will das Projekt auf „lebendigen Straßen“ das Feedback der Bürger*innen einholen und in die örtliche Raum- und Mobilitätsplanung einspeisen. Dazu werden ausgewählte Straßen über einen Zeitraum von 1 bis 2 Monaten zu bestimmten Zeiten für den Autoverkehr gesperrt. In dieser Zeit haben die Bürger*innen die Gelegenheit, eine autofreie Lebensweise kennen zu lernen und sich mit den Vertreter*innen lokaler Klima- und Energieprojekte auszutauschen.

Cyclist on street in city center

Radfahrerin auf dem Weg ins Stadtzentrum; Foto: unsplash.com/Cosmin Serban

Über einen Zeitraum von zwei Jahren werden im Rahmen des Projekts mehrere Maßnahmen umgesetzt, die die Erreichung der Ziele unterstützen. So ist ein Capacity-Building-Workshop für lokale Behörden, Organisationen der Zivilgesellschaft sowie Netzwerke und Verbände aus Griechenland, Kroatien und Portugal vorgesehen. Außerdem hat das Projekt einen Besuch in Gent geplant, denn die belgische Stadt gilt als führend bei der Umsetzung des Konzepts der lebendigen Straßen. Zusätzlich zu diesem zentralen Workshop wird das Projekt insgesamt sechs lokale Capacity-Building-Workshops ausrichten, und zwar jeweils zwei in jedem der teilnehmenden Länder.

Am Straßenrand geparktes Motorrad vor bunten Häusern und Straße

am Straßenrand geparktes Motorrad vor bunten Häusern und Straße; Foto: unsplash.com/Sara Darcaj

Zur Förderung der Umsetzung von Living Streets wird in jedem Zielland ein Projektaufruf gestartet, durch den Städte und Organisationen der Zivilgesellschaft die Gelegenheit erhalten, Projekte zur Gestaltung von Living Streets einzureichen. Mindestens sechs Städte (zwei pro Land) werden für die Umsetzung von Living Streets ausgewählt. Am Ende der zweijährigen Projektlaufzeit steht eine Abschlussveranstaltung, zu der Teilnehmende aus allen Zielländern eingeladen sind, um sich über Erfolge, Herausforderungen und Erfahrungen auszutauschen.

Hintergrund

Gegenwärtig entfallen etwa 20 bis 30 Prozent der Fläche eines jeden Ballungsraums auf Straßen. In den letzten Jahrzehnten waren die Straßen zunehmende dem Autoverkehr vorbehalten. Sinnvoll und richtig wäre es jedoch, Straßen als wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Räume von Städten und Gemeinden zu sehen, auf denen Menschen zusammenkommen und eine lebendige Gemeinschaft bilden. Living Streets verwirklicht die Vision einer Umgebung, in der Straßen in erster Linie für Menschen und nicht allein für Autos bestimmt sind. Dadurch weist das Projekt auf Mängel der klassischen Stadtplanung hin, deren Mobilitätskonzepte das Auto in den Mittelpunkt rücken. Dabei werden Straßen im Rahmen von hierarchischen Prozessen von oben nach unten und unter Außerachtlassung der Erfahrungen der Bürger*innen geplant. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Planungsabteilungen vielfach nicht zusammenarbeiten. Durch die Schaffung eines Raums, in dem die Bürger*innen ihre Meinung zu Projekten äußern können, schließt Living Streets somit auch eine Kapazitätslücke, die in allen drei Zielländern festgestellt wurde: Denn die lokalen Behörden verfügen weder über das Know-how noch über die Instrumente, um die Bürger*innen in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubinden. Die im Rahmen von Living Streets gewonnenen Lernerfahrungen sollen in neue kommunale Strategien einfließen, in denen es um die Frage geht, wie lokale Bottom-up-Initiativen für die Zwecke der Stadtplanung und einer nachhaltigen Mobilität gefördert werden können.

Projektdaten

Stand: März 2020

Länder: Griechenland, Kroatien, Portugal

Projektdauer: 11/19 - 12/21

Fördersumme: 299.475 €

Zielgruppen: Experten, Investoren, Privatwirtschaft, Städte und Gemeinden, Unternehmen, Zivilgesellschaft

Durchführende Organisation:
Energy Cities

Projekt Webseite: energy-cities.eu/proje...

Ansprechpartner

Frau Kinga Kovacs

Organisation:

Energy Cities (ENC)

Adresse:

Chemin de Palente, 2

25000 Besançon

Frankreich

Email: kinga.kovacsenergy-cities.eu

EUKI

Die Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI):

Potsdamer Platz 10,
10117 Berlin – Deutschland
Tel.: +49 (0)30 338424 570
infoeuki.de

Die Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI)

Das Projekt ist Teil des Ideenwettbewerbs der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI). Die EUKI ist ein Finanzierungsinstrument des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Der EUKI-Ideenwettbewerb wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt. Übergeordnetes Ziel der EUKI ist die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (EU) zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Weitere Informationen über EUKI: www.euki.de