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Living Streets

Das Projekt ist abgeschlossen. Es beabsichtigte, Städte und Netzwerke in Griechenland, Kroatien und Portugal in die Lage zu versetzen, ihre Bürger*innen verstärkt in die Lösung von Energie- und Klimafragen einzubinden. Durch die Sperrung von Straßen für den Kraftfahrzeuge, hat Living Streets gewöhnliche Straßen in gesellschaftliche Treffpunkte verwandelt, an denen die Bürger*innen mit Beteiligten aus lokalen Klimaprojekten zusammenkommen und sich austauschen können.

Projekt

Living Streets verfolgte zwei Ziele: Erstens sollten Netzwerke und Städte in die Lage versetzt werden, ihre Bürger*innen verstärkt in die Lösung von Klima- und Energiefragen einzubinden. Zu diesem Zweck hat das Projekt Akteure aus Griechenland, Kroatien und Portugal zusammengebracht. Zweitens hat das Projekt auf „lebendigen Straßen“ das Feedback der Bürger*innen eingeholt und in die örtliche Raum- und Mobilitätsplanung eingespeist. Dazu wurden ausgewählte Straßen über einen Zeitraum von 1 bis 2 Monaten zu bestimmten Zeiten für den Autoverkehr gesperrt. In dieser Zeit hatten die Bürger*innen die Gelegenheit, eine autofreie Lebensweise kennen zu lernen und sich mit den Vertreter*innen lokaler Klima- und Energieprojekte auszutauschen.

Cyclist on street in city center

Radfahrerin auf dem Weg ins Stadtzentrum; Foto: unsplash.com/Cosmin Serban

Insgesamt wurden Living Streets in 8 neuen Städten in 3 Ländern organisiert: Korinth (Griechenland), Elliniko-Argyrou-poli (Griechenland), Faro (Portugal), Križevci (Kroatien), Labin (Kroatien); Óbidos (Portugal), Poreč (Kroatien) und Torres Vedras (Portugal). An der Einrichtung dieser „Living Streets“ waren mehrere städtische Behörden sowie Anwohner*innen und lokale Vereinigungen beteiligt. Der Mitgestaltungsaspekt von Lebendigen Straßen war für mehrere dieser Gemeinden neu.

Am Straßenrand geparktes Motorrad vor bunten Häusern und Straße

Am Straßenrand geparktes Motorrad vor bunten Häusern und Straße; Foto: unsplash.com/Sara Darcaj

Lebendige Straßen veranlassten die Gemeinden auch dazu, Stadtplanung und Mobilität sowie den sozialen Zusammenhalt neu zu überdenken. Diese 8 Beispiele wurden in nationalen Webinaren oder Workshops sowie in einem abschließenden Workshop, der im November 2021 in Faro stattfand, einem breiteren Publikum vorgestellt. Alle diese 8 Gemeinden planen die zweite Auflage ihrer Living Streets.

Hintergrund

Gegenwärtig entfallen etwa 20 bis 30 Prozent der Fläche eines jeden Ballungsraums auf Straßen. In den letzten Jahrzehnten waren die Straßen zunehmend dem Autoverkehr vorbehalten. Sinnvoll und richtig wäre es jedoch, Straßen als wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Räume von Städten und Gemeinden zu sehen, auf denen Menschen zusammenkommen und eine lebendige Gemeinschaft bilden. Living Streets hat die Vision einer Umgebung verwirklicht, in der Straßen in erster Linie für Menschen und nicht allein für Autos bestimmt sind. Dadurch hat das Projekt auf Mängel der klassischen Stadtplanung hingewiesen, deren Mobilitätskonzepte das Auto in den Mittelpunkt gerückt hatten. Dabei wurden Straßen im Rahmen von hierarchischen Prozessen von oben nach unten und unter Außerachtlassung der Erfahrungen der Bürger*innen geplant. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Planungsabteilungen vielfach nicht zusammengearbeitet haben. Durch die Schaffung eines Raums, in dem die Bürger*innen ihre Meinung zu Projekten äußern konnten, schließt Living Streets somit auch eine Kapazitätslücke, die in allen drei Zielländern festgestellt wurde: Denn die lokalen Behörden verfügen weder über das Know-how noch über die Instrumente, um die Bürger*innen in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubinden. Die im Rahmen von Living Streets gewonnenen Lernerfahrungen sind in neue kommunale Strategien eingeflossen, in denen es um die Frage geht, wie lokale Bottom-up-Initiativen für die Zwecke der Stadtplanung und einer nachhaltigen Mobilität gefördert werden können.

Ergebnisse:

  • 8 Städte in Portugal, Kroatien und Griechenland haben 2021 Living Streets ausprobiert, eine Initiative, die gewählte Vertreter*innen, Beamt*innen und Bürger*innen zusammenbringt, um Mobilität und Stadtplanung neu zu überdenken.
  • 335 Vertreter*innen aus Städten in Portugal, Kroatien und Griechenland lernten das Konzept der Lebendigen Straßen kennen und wurden in 15 Workshops und Webinaren in Sachen Bürgerbeteiligung geschult.
  • 25 Bürgermeister*innen oder Stadträt*innen aus Städten in Portugal, Kroatien und Griechenland zeigten ihr Interesse, indem sie eine Interessenbekundung unterzeichneten, um die Living-Streets-Initiative nach Abschluss des Projekts zu wiederholen.
  • Wissen und Know-how aus der Umsetzung von Living Streets in den Gemeinden Korinth und Elliniko-Argyroupoli (Griechenland) floss in die Entwicklung der Pläne für nachhaltige städtische Mobilität der Gemeinden Argos-Mycenae und Aigialeia ein.
  • Die Stadtverwaltung von Faro beabsichtigte bei Projektende einen Bewerbungsaufruf, damit Stadtteile und Straßen ihre Projekte für eine weitere Living Streets einreichen können.
  • Viele der in Óbidos vorübergehend umgesetzten Maßnahmen wurden zu dauerhaften Maßnahmen, mit wirksamen Änderungen im Plan für städtische und nachhaltige Mobilität des Ortes.
  • Die Stadtverwaltung von Torres Vedras beschloss in die grundlegende Infrastruktur der Straße und die Einrichtung von Fahrradstationen zu investieren und den Verkehr und das Parken zu verbieten. Viele dieser Maßnahmen sind in den Aktionsplan für den Klimawandel (SECAP), der von der Gemeinde entwickelt wurde, eingeflossen.

Projektdaten

Stand: Februar 2023

Länder: Griechenland, Kroatien, Portugal

Projektdauer: 11/19 - 12/21

Fördersumme: 299.475 €

Zielgruppen: Experten, Investoren, Privatwirtschaft, Städte und Gemeinden, Unternehmen, Zivilgesellschaft

Durchführende Organisation:
Energy Cities

Projekt Webseite: energy-cities.eu/proje...

Ansprechpartner

Frau Kinga Kovacs

Organisation:

Energy Cities (ENC)

Adresse:

Chemin de Palente, 2

25000 Besançon

Frankreich

Email: kinga.kovacsenergy-cities.eu

EUKI

Das Projekt ist Teil des Ideenwettbewerbs der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI). Die EUKI ist ein Finanzierungsinstrument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Der EUKI-Ideenwettbewerb wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt. Übergeordnetes Ziel der EUKI ist die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (EU) zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Kontakt

Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI)
Potsdamer Platz 10

10785 Berlin – Deutschland

Tel.: +49 (0)30 338424 570
infoeuki.de