Das Projekt ist abgeschlossen. Ziel war es, Bildungsangebote zu rechtlichen, technischen und finanziellen Themen für Bewohner*innen kroatischer und serbischer Gemeinden zu entwickeln, um sie zu Prosument*innen zu befähigen und die Bildung von Energiegemeinschaften zu unterstützen.
Energiegemeinschaften Energiewende und klimaneutrale Gebäude Erneuerbare Energien
Kroatien, Serbien
02/23 - 03/25
Lokale Regierungen, Nationale Regierungen, Öffentlicher Sektor, Privatsektor, Nichtregierungsorganisationen
239.057,50 €
Maja Bratko
Die Solarstrategie der Europäischen Union sieht vor, bis 2025 in allen Gemeinden und Städten mit mehr als 10.000 Einwohner*innen Energiegemeinschaften aufzubauen. Die Beteiligung von Bürger*innen an Energiegemeinschaften ist essenziell, außerdem tragen diese so zur Energiewende und zu einer effizienteren Energienutzung in den Gemeinden bei. In diesem Sinne ermutigt die europäische Richtlinie Bürger*innen dazu, Energie selbst zu erzeugen, statt sie nur zu verbrauchen, und definiert sie somit als Energie-Prosument*innen. Die nationale Gesetzgebung ist jedoch bestenfalls entmutigend und meist komplex oder gar nicht vorhanden. Weder Kroatien noch Serbien haben bisher Energiegemeinschaften gegründet. In Kroatien muss der rechtliche Rahmen für die Gründung einer solchen Gemeinschaft erst noch per Gesetz definiert werden. In Serbien fördert die geltende Gesetzgebung zwar Hausgemeinschaften als Rechtspersönlichkeit, die dann den Status einer Prosumentin erlangen kann, erkennt Energiegemeinschaften von Bürger*innen jedoch offiziell nicht an. Zudem sind sowohl Kapazitäten als auch Kompetenzen der lokalen Behörden noch ausbaufähig.
In Zusammenarbeit mit kommunalen Behörden, Bürger*innen sowie lokalen Partnern – darunter kleine und mittlere Unternehmen sowie Nichtregierungsorganisationen – wurden im Rahmen des Projekts in Kroatien und Serbien Bürgerenergiegesellschaften (BEGs) gegründet. Aufbauend auf einer Analyse der jeweiligen Gesetzgebung wurden Empfehlungen, Finanzierungsoptionen für lokale Behörden und Bürgerinnen sowie praktische Umsetzungsrichtlinien entwickelt, um deren Kenntnisse bei der Einrichtung solcher BEGs zu stärken. In Anlehnung an bewährte Verfahren in Pfaffenhofen an der Ilm sah das Projekt vor, Energiegemeinschaften in zwei Kommunen – eine in Serbien und eine in Kroatien – zu gründen. Diese dienten als Vorbilder und als Grundlage für eine entsprechende Folgestudie.
Lehrgang von DOOR, Foto: ©Anamari Majdandžić | DOOR
In den beiden neu gegründeten Energiegemeinschaften konnten Bürger*innen ihr erlerntes Wissen anwenden und zu Prosument*innen werden, die sich aktiv am Energiemarkt beteiligten. Anhand der Ergebnisse des Projekts konnten lokale Behörden von diesen Beispielen lernen und mithilfe der entwickelten Leitlinien Energiegemeinschaften in anderen Gemeinden in Kroatien, Serbien und anderen europäischen Ländern gründen.
Letzte Aktualisierung: Januar 2026