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Green Rural Deal

Dieses Projekt ist abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts wurden Methoden und Instrumente entwickelt, um ländliche Regionen in Griechenland, Serbien und dem Kosovo bei ihrem Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft zu unterstützen, indem die wichtigsten regionalen Interessengruppen zur Mitgestaltung von Projekten und Strategien eingeladen wurden.

Klimapolitik Klimastrategien und -pläne

Beitragsbild

Infos zum Projekt

Länder:

Deutschland, Griechenland, Kosovo, Serbien

Dauer des Projekts:

10/20 - 12/22

Zielgruppen:

Lokale Regierungen, EU-Institutionen, Nationale Regierungen, Regionale Regierungen, Privatsektor, Nichtregierungsorganisationen

Fördersumme:

574.738,00 €

Kontakt

Kontakt:

Katja Witte

Durchführende Organisationen:
  • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Partner:
  • Balkan Green Foundation (BGF)
  • Germanwatch e.V.
  • Regional Association of Local Government of Western Macedonia
  • RES Foundation

Hintergrund

In den ländlichen Regionen Europas stehen Kommunen beim Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit vor anderen Herausforderungen als städtische Gebiete: Sie sind oft sowohl mit einer sinkenden Einwohnerzahl und einer Überalterung der Gesellschaft als auch mit einem Fachkräftemangel bei gleichzeitig hoher Arbeitslosigkeit konfrontiert. In Anbetracht dieser Umstände ist der Zielkonflikt zwischen der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Rettung des Klimas geradezu vorprogrammiert. Der Green Rural Deal unterstützt Kommunen im ländlichen Raum beim Aufbau der für eine Transformation notwendigen Kapazitäten sowie bei der Entwicklung von Lösungen für eine kohlenstofffreie Wirtschaft.

Landschaft in Kamenica, Kosovo, Photo: ©Blerim Demolli

Projekt

Für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie sind verlässliche Daten zwingend erforderlich. Deshalb unterstützte das Projekt lokale Interessenvertreter*innen in Westmazedonien (Griechenland), Kamenica (Kosovo) und Priboj (Serbien) bei der Erfassung und Bewertung wichtiger sozioökonomischer Daten, die für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft entscheidend sind. Das Projekt lud dieselben lokale Interessenvertreter*innen ein, eine Reihe von Veranstaltungen, Projektideen und -konzepte, wie beispielsweise eine Studienreise nach Deutschland, mitzugestalten. 

Des Weiteren entwickelten die Projektpartner Tools und Instrumente, um regionale Strategien zur Wirtschaftsentwicklung mit den Klimazielen in Einklang zu bringen. Ein, im Rahmen des Projektes entwickeltes Tool, bewertet die Auswirkungen geplanter Investitionen und transformativer Projekte auf den Übergang eines Gebiets (Region/Gemeinde) zu einem nachhaltigen Wachstumsmodell. Ein weiteres Toolkit zur Politikbewertung unterstützt bei der Entwicklung integrativer grüner Wachstumspolitiken, die in den allgemeinen Entwicklungszielen des ländlichen Raums verankert sind. Dabei berücksichtigt es die Kernprinzipien des grünen Wachstums, wie Inklusivität, soziale Auswirkungen, Transparenz und Nachhaltigkeit. 

Basierend auf den, in den drei Zielregionen gewonnenen Erkenntnissen, entwarf das Projekt politische Empfehlungen zu Instrumenten und Mechanismen für die Transformation zu einer grünen Wirtschaft in ländlichen Regionen.  Das Kurzdossier bietet nationalen, regionalen und lokalen Behörden Informationen und Ratschläge zur Unterstützung der Gestaltung von Dekarbonisierungsmaßnahmen zur Umsetzung von Lösungen für den Strukturwandel auf lokaler und regionaler Ebene.  

Ausblick auf Priboj, Serbien, Photo: ©RES Foundation

Ergebnisse

  • Ein Dekarbonisierungskonzept für Priboj: In Priboj, Serbien, wurde gemeinsam mit Akteur*innen aus Verwaltung, Bildung, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ein Dekarbonisierungskonzept erarbeitet. Auch die örtliche Bevölkerung wurde durch ein Online-Verfahren in die Konzeptentwicklung eingebunden. Das Konzept sieht die Dekarbonisierung des öffentlichen Heizungssystems vor– ein direkter Beitrag zur Emissionsminderung. 
  • Verbreitung von Erfahrungswissen: Die RES-Stiftung erkannte das transformative Potenzial des Konzepts und dokumentierte die Erfahrungen in einem Handbuch, das Kommunen im gesamten westlichen Balkan nutzen.  
  • Mehr Nachhaltigkeit bei der Stadtentwicklung: Durch das Projekt wurde regional das Verständnis verbreitet, dass nachhaltige Stadtentwicklung eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Pribojs Erfolgsgeschichte gilt hier als Wegweiser.  
  • Ein Tool zur Bewertung von Nachhaltigkeit: Im Rahmen des Projekts wurden zwei Online-Tools entwickelt, die bereits 15 Kommunen, vier Wirtschaftskammern, eine Entwicklungsagentur und ein universitäres Gremium bei der Bewertung nachhaltiger Projekte unterstützen. Das erste Tool bewertet Investitionen in nachhaltiges Wachstum, das zweite unterstützt Politikgestaltung für grünes und inklusives Wirtschaften. So können öffentliche und private Akteure nachhaltige Investitionen systematisch prüfen und Entscheidungen stärker an Klima- und Entwicklungszielen ausrichten.  
  • Politikempfehlungen veröffentlicht: Auf Grundlage der Projektergebnisse wurde ein gemeinsamer Politikbrief verfasst, der Empfehlungen für nationale, regionale und lokale Behörden enthält. Er bündelt bewährte Praktiken, Tools und Strategien zur Förderung der Dekarbonisierung in ländlichen Regionen. Über Partnernetzwerke und Online-Kanäle wurde er intensiv verbreitet und erreichte zahlreiche Kommunen in den westlichen Balkanländern. So können politische Entscheidungsträger*innen konkrete und erprobte Handlungsansätze für klimafreundliche Strukturwandelprozesse nutzen und in ihre Planung übernehmen. 

Letzte Aktualisierung: März 2026

Erfolgsgeschichten

Gemeinden auf dem Land – Die neuen Vorbilder für Nachhaltigkeit

Das Projekt "Green Rural Deal" ermöglichte es den Bewohner*innen der ländlichen Gebiete Griechenlands, des Kosovo und Serbiens, die nachhaltige Entwicklung ihrer Heimatregionen selbst in die Hand zu nehmen. Die serbische Gemeinde Priboj entwickelte unter anderem einen Nachhaltigkeitsplan, der die Dekarbonisierung des öffentlichen Nahwärmesystems und den Bau eines Fahrradwegs mit Ladestationen für E-Bikes und E-Roller vorsieht. Zur Bewertung dieser Strategien und Maßnahmen wurden im Rahmen des Projekts auch zwei Online-Tools entwickelt, die bereits von 22 anderen Unternehmerkammern, Gemeinden, Universitäten und anderen Nachhaltigkeitsakteuren in der Region genutzt werden.

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