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ClimAct CEE – Förderung der dekarbonisierten und emissionsarmen Transformation in den MOE-Ländern

Drei städtische Pilotgebiete in Bulgarien, Kroatien und Rumänien in energieeffiziente und klimafreundliche Räume mit sauberer Luft für ihre Bürger*innen umwandeln.

Klimapolitik Klimastrategien und -pläne

Beitragsbild

Infos zum Projekt

Länder:

Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Rumänien

Dauer des Projekts:

12/22 - 11/24

Zielgruppen:

Lokale Regierungen, Öffentlichkeit, Nationale Regierungen

Fördersumme:

388.538,03 €

Kontakt

Kontakt:

Ina Karova

Durchführende Organisationen:
  • Energy Agency of Plovdiv (EAP)
Partner:
  • Alba Local Energy Agency
  • Deutsche Umwelthilfe (DUH) e.V.
  • North-West Croatia Regional Energy Agency (REGEA)

Hintergrund

Die Europäische Union plant eine kohlenstoffneutrale Wirtschaft bis 2050 – ein ambitioniertes Ziel, das in Mittel- und Osteuropa ohne kontinuierliche, entschlossene und gut abgestimmte klimapolitische Maßnahmen und Richtlinien möglicherweise nicht erreicht werden kann. Die Umsetzung der Klimapolitik in Mittel- und Osteuropa ist noch ausbaufähig, da es Zeit und Ausdauer braucht, um im Bereich der Energie- und Klimapolitik greifbare Ergebnisse erzielen und präsentieren zu können. Um die Herausforderungen zu bewältigen und die Klimaschutzmaßnahmen in dieser Region voranzutreiben, sind differenziertere Strategien und Maßnahmen auf lokaler und regionaler Ebene erforderlich.

PV-Anlage auf Häuserdach, Foto: ©Solarimo | Pixabay

Projekt

ClimAct CEE zeigt, was eine integrierte, evidenzbasierte Klimapolitik leisten kann, indem städtische Pilotgebiete in Bulgarien, Kroatien und Rumänien zu energieeffizienten, klimafreundlichen Räumen mit sauberer Luft für ihre Bürger*innen werden. Das Projektteam erarbeitet einen Vorschlag für ein klimaverträgliches Rahmenwerk, das Strategien im Bereich der Energie- und Klimaschutzpolitik sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zusammenführt und als Leitfaden für die Gestaltung und Umsetzung von dekarbonisierten und emissionsarmen Stadtzonen dient. Damit soll aufgezeigt werden, dass integrierte Handlungsstrategien einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise leisten können. Die neu geschaffenen klimaneutralen Zonen werden dann ausgeweitet und dienen als Vorreiterinitiativen für eine nachhaltige, klimasichere und energieunabhängige Zukunft aller europäischen Städte. Um diese Ziele zu erreichen, unterstützt das Projekt lokale Behörden bei der Erstellung umfassender Emissions- und Energiebilanzen ihrer Städte nach der ClimAct CEE-Methodik. Das Projektteam berät Expert*innen und Fachleute aus Mittel- und Osteuropa aus den Bereichen Energie, Umwelt und Klima bei der Entwicklung eines Rahmens für die Bilanzierung von Treibhausgasen und Luftschadstoffen. Klimakampagnen in den klimaneutralen Pilotgebieten geben der Öffentlichkeit Aufschluss über den Beitrag gezielter Klimamaßnahmen zu einer dekarbonisierten und emissionsarmen Transformation in Städten.

Ergebnisse

  • Saubere Luft durch integrierte Politik: In Plovdiv zeigte die Energieagentur EAP mit den CEE‑Instrumenten, wie stark Feuerholzheizungen zur Überschreitung von Feinstaub‑Grenzwerten beitragen. Auf Basis dieser Analysen entwickelte die Stadt eine fossilfreie Pilotzone, in der Investitionen in effiziente Heizsysteme und Gebäudesanierungen angestoßen wurden. Dadurch werden schrittweise Kohle‑ und Feuerholzheizungen ersetzt, was Luftschadstoffe und CO₂‑Emissionen deutlich senkt. Die Erfahrungen fließen in das Anschlussprojekt GINNGER ein, das die ganzheitliche Stadtteilerneuerung und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen weiter vorantreibt. So veränderte das Projekt die lokale Klimapolitik und das Verhalten von Haushalten hin zu sauberer, klimafreundlicher Wärmeversorgung.
  • Klimaziele im Stadtplan verankert:In Karlovac trug das ClimAct‑Projekt dazu bei, dass Klimaziele verbindlich im Allgemeinen Stadtentwicklungsplan verankert wurden. Neue Gebäude dürfen ihre Wärme nun nicht mehr über zusätzliches Erdgas decken, sondern müssen vollständig erneuerbare Energien oder Fernwärme nutzen. Parallel dazu informierten sich Bürger*innen in Workshops über Mobilitäts‑ und Energieprobleme im Alltag und beteiligten sich an der Entwicklung konkreter Maßnahmen wie besserer öffentlicher Personennahverkehr und mehr Radinfrastruktur. 
    • Die Stadt setzt Schritt für Schritt Maßnahmen um, die den Energieverbrauch und Emissionen im historischen Stadtzentrum senken. So stärkt Karlovac den Klimaschutz, ohne den kulturellen Wert des Viertels zu gefährden.
  • Erste DLEZ Rumäniens als Modell: In Alba Iulia etablierte die lokale Energieagentur ALEA im Rahmen von ClimAct CEE die erste dekabonisierte Niedrigemissionszone auf Stadtteilebene in Rumänien. In der Zone werden nicht nur der Verkehr, sondern auch Emissionen aus Gebäuden betrachtet und verbindet so Luftreinhaltung mit Klimaschutz verbunden. ALEA brachte dafür selten kooperierende Akteure wie Stadtverwaltung, Schulen, Unternehmen, Verkehrsunternehmen und Behörden an einen Tisch. Sie entwickelten gemeinsam konkrete Maßnahmen, etwa die Nutzung von Überschussstrom aus PV‑Anlagen für Elektromobilität. Diese Zusammenarbeit stärkt die Anwendungskompetenz der lokalen Akteure und führt zu dauerhaften, sektorübergreifenden Lösungen. Aufgrund der in der Pilotzone erzielten Erfolge planen weitere Städte, die Methode zu übernehmen und eigene, emissionsarme Stadtviertel aufzubauen.


Letzte Aktualisierung: März 2026

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14.06.2023

Synergies between the ClimAct CEE and ASCEND Project

Publikationen

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22.07.2024

The Decarbonized and Low-Emission Zone Cookbook