Cyclurban+: Mobilitätswandel statt Klimawandel

Ziel

Förderung des Fahrrads als wichtiges städtisches Verkehrsmittel in der Slowakei und der Tschechischen Republik.

Projekt

Cycleurban+ will das Fahrrad als städtisches Verkehrsmittel fördern und richtet sich an kommunale Mitarbeiter*innen, Entscheider*innen sowie Institutionen auf nationaler Ebene, um die traditionell autozentrierte Sichtweise in der Stadtentwicklungsplanung zu überwinden.

Cyclurban Projektgruppe mit Fahrrädern

Cyclurban Projektgruppe mit Fahrrädern in Bratislava; Foto: Daša Barteková

Über einen Zeitraum von 14 Monaten bringt das Projekt mehrere Maßnahmen auf den Weg, mit denen in der Tschechischen Republik und der Slowakei eine Mobilitätswende eingeleitet werden sollen. Schwerpunkte der Maßnahmen sind die Städte Bratislava (Pressburg) und Brno (Brünn). Erstens werden Workshops und Seminare für Planer*innen und Entscheider*innen durchgeführt. Zweitens soll eine Online-Plattform bereitgestellt werden, die Kommunen in beiden Ländern bei der Finanzierung von Radverkehrsprojekten und der entsprechenden Infrastruktur unterstützt. Drittens werden Strategiepapiere mit Vorschlägen für wirksame Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs erarbeitet. In der Slowakei arbeitet das Projekt mit einer Datenbank, in der Radverkehrsunfälle erfasst werden, um Unfallschwerpunkte zu erkennen und zu beseitigen. In Brünn wird ein Radverkehrsaudit durchgeführt, um die Radverkehrspolitik der Stadt zu bewerten und Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Darüber hinaus werden in beiden Ländern NROs und andere Gruppen und Vereine von Fahrradfahrenden durch den Austausch von Wissen und die Verbreitung erfolgreicher Konzepte unterstützt.

Fahrradfahrer in der Innenstadt

Fahrradfahrer in der Innenstadt; Foto: Jolanda Lipu, BEF Estonia

Hintergrund

Das Projekt baut auf den Erkenntnissen und Ergebnissen des Vorgängerprojekts „Cyclurban“ auf. Dennoch hat der Verkehrssektor, auf den etwa 20 Prozent der Treibhausgasemissionen der EU entfallen, in den letzten Jahren keine großen Fortschritte bei der Verringerung der Emissionen erzielt. So nimmt die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge weiter zu und die Alternativen zum Auto sind noch nicht attraktiv genug.

In den Zielländern ist das Fahrrad derzeit kein Teil der städtischen Verkehrssysteme und wird gegenüber einem „vollwertigen“ Verkehrsmittel bestenfalls als Notlösung wahrgenommen. Außerdem besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Auto und dem sozialen Status einer Person, wodurch viele Menschen einen Teil ihres Selbstwertgefühls aus dem Besitz eines Autos ziehen. Infolgedessen hat sich die Zahl der Autos in den Städten in den letzten 20 Jahren verdoppelt, während das Fahrrad nur vereinzelt oder ad hoc als Verkehrsmittel genutzt wird.

Es fehlt ein systemorientierte, integriertes Konzept, um zu erreichen, dass die Menschen bereit sind, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Cyclurban+ will diese Beschränkungen überwinden und durch Capacity Building ein Umdenken der Entscheider*innen und Planer*innen im Verkehrssektor herbeizuführen.

Projektdaten

Stand: März 2020

Länder: Deutschland, Slowakei, Tschechische Republik

Projektdauer: 10/19 - 12/21

Fördersumme: 246.890 €

Zielgruppen: Experten, Investoren, Privatwirtschaft, Städte und Gemeinden, Unternehmen, Zivilgesellschaft

Durchführende Organisation:
Baltic Environmental Forum Deutschland e.V.

Projektpartner: Cyclokoalicia, Czech Environmental Partnership Foundation, ideas into energy gemeinnützige GmbH (IIE)

Projekt Webseite: cyclurban.eu/

Ansprechpartner

Herr Matthias Grätz

Organisation:

Baltic Environmental Forum Deutschland e.V.

Adresse:

Osterstr. 58

20259 Hamburg

Email: matthias.graetzbef-de.org

EUKI

Die Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI):

Potsdamer Platz 10,
10117 Berlin – Deutschland
Tel.: +49 (0)30 338424 570
infoeuki.de

Die Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI)

Das Projekt ist Teil des Ideenwettbewerbs der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI). Die EUKI ist ein Finanzierungsinstrument des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Der EUKI-Ideenwettbewerb wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt. Übergeordnetes Ziel der EUKI ist die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (EU) zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Weitere Informationen über EUKI: www.euki.de