Interview

EUKI Projekt-Interview: Kapazitätsaufbau für ambitionierte Langfriststrategien

 GIZ/EUKI

Für unsere neue EUKI-Broschüre haben wir mit Kasia Ugryn vom Climate Action Network Europe über ihr EUKI-Projekt Kapazitätsaufbau für ambitionierte Langfriststrategien gesprochen. Das Projekt zielt darauf ab, die Qualität der langfristigen Strategien zur Dekarbonisierung in den Visegrad 4+2 Ländern zu verbessern. Das Interview ist Teil der im Jahr 2021 veröffentlichten EUKI-Broschüre.

Kasia Ugryn (CAN) Europe

Kasia Ugryn, National Development Coordinator from CAN Europe
© CAN Europe, Portrait Katarzyna Ugryn

Ihr Projekt soll die Qualität von Langfriststrategien (LTS) verbessern. Was beinhalten diese Strategien, und was sind die Ziele?

Die EU will bis 2050 klimaneutral sein. Dieses langfristige europäische Klimaschutzziel muss in einzelne nationale Langfriststrategien aufgeschlüsselt werden, in denen festgelegt ist, wie das jeweilige Land seine Treibhausgasemissionen verringern wird. Dazu gehören Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen bestimmter Industrien, aber auch Vorschläge, wie Bürger*innen zu einem nachhaltigeren Lebensstil ermuntert werden können.

Das Projekt hebt die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Entwicklung von LTS besonders hervor. Wie arbeiten Sie mit diesen zusammen?

Wir unterstützen zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, ihre Sicht auf nationale Strategien verschiedenen nationalen Entscheider*innen und der Europäischen Kommission mitzuteilen. Das Interesse an der Perspektive zivilgesellschaftlicher Organisationen ist sehr groß, auch weil sich unter Einbeziehung dieser Sichtweisen ambitioniertere Langfriststrategien erarbeiten lassen. Darüber hinaus finden im Rahmen dieses Projekts regelmäßig Diskussionsrunden und Workshops statt, bei denen Vertreter*innen aus Politik, von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Wissenschaft zusammenkommen und sich über die nationalen Strategien und die beste Vorgehensweise austauschen. Wir vom Climate Action Network haben gemeinsam mit Klimaschutzexpert*innen und NRO-Vertreter*innen eine Bewertungsmethode entwickelt, die eine strukturierte Analyse und einen Vergleich von Strategien ermöglicht, die in den einzelnen Mitgliedstaaten erarbeitet wurden.

„Das Interesse an der Perspektive zivilgesellschaftlicher Organisationen ist sehr groß, auch weil sich unter Einbeziehung dieser Sichtweisen ambitioniertere Langfriststrategien erarbeiten lassen.“

Was muss aufgrund Ihrer Erfahrung bei diesem Projekt geschehen, damit die ehrgeizigen langfristigen Klimaschutzziele erreicht werden?

Wir müssen den Dialog und den Austausch zwischen der Politik und zivilgesellschaftlichen Gruppen stärken und ausbauen, auch zu den Jugendbewegungen. Je öfter wir mit diesen Gruppen sprechen, desto besser werden wir verstehen, wie wir eine Strategie für langfristige Klimaschutzziele entwickeln können, die von der gesamten Gesellschaft mitgetragen wird.

Dieses Interview ist Teil der im August 2021 erschienen EUKI-Broschüre „Klimaschutz vernetzt Europa“. Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Meilensteine der vergangenen zwei Jahre, die stetig wachsende EUKI Academy und Projekterfolge in den Ländern.