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Klimajournalismus zwischen Estland und Deutschland

Elizaveta Fomina ist eine Stipendiatin des EUKI-Austauschprogramms mit dem Internationale Journalisten-Programme e.V. (IJP). Ende Oktober nahm sie an der Auftaktkonferenz in Berlin teil und lernte dabei auch eine Vielzahl von EUKI-Projekten kennen. Derzeit arbeitet sie für die Deutsche Welle in Bonn. Hier berichtet sie über Ihre Erfahrungen. Der Text ist eine Übersetzung des englischen Originaltexts durch das EUKI-Sekretariat.

Elizaveta Formin Portrait

Elizaveta Fomina. Foto: Konstantin Sednev / Eesti Meedia

„Hallo, mein Name ist Elizaveta Fomina und ich bin eine Journalistin aus Estland. Zurzeit lebe ich in Deutschland und nehme am Klima- und Energiestipendium der IJP mit Journalistinnen und Journalisten aus Deutschland, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei und Slowenien teil. Im Rahmen des Stipendienprogramms werde ich die nächsten Wochen als Gastjournalistin beim Russischen Dienst der Deutschen Welle über Klima- und Energiefragen berichten. Am 27. Oktober trafen sich alle diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni der vergangenen Jahre in Berlin zur Einführungskonferenz, die einen guten Start für unsere weitere Forschung in den Bereichen Klima und Energie gab.

Ich arbeite seit vier Jahren bei Estlands größtem privaten Medienunternehmen, Postimees Grupp. In meiner Arbeit habe ich verschiedene Themen behandelt, aber das Schreiben über Klimathemen war für mich immer eine Herausforderung. Nicht, weil es etwas sehr Schwieriges oder Unklares gab. Im Gegenteil – es ist ganz klar: Das Klima verändert sich, und wir sind der Grund dafür. Aber dieser sicherlich richtige Gedanke wurde so oft wiederholt, dass er seine Kraft verlor und es nicht so einfach war, einen neuen Blickwinkel zu finden, um Klimathemen interessant und frisch zu machen. Manchmal schien es, als ob es bei der Klimaberichterstattung mehr darum geht, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen als um faszinierende Geschichten und Kreativität. Ich habe mich also sehr auf die IJP (International Journalists‘ Programmes) Einführungskonferenz zur Klima- und Energiepolitik gefreut und gehofft, dass sie mir einige neue Schlüssel zu diesen Themen geben wird.

Teil der vier Konferenztage waren Vorträge und Seminare, in denen Klima- und Energiefragen aus verschiedenen Perspektiven vorgestellt wurden – ökologisch, ökonomisch, psychologisch, philosophisch etc. Besonderes Augenmerk wurde auf die Instrumente und Ansätze gelegt, die wir als Journalisten beim Schreiben über Klima und Energie einsetzen können. Der allererste Vortrag der Konferenz über konstruktiven Journalismus hat – trotz einiger Unbestimmtheiten dieses Begriffs – gezeigt, dass es durchaus einen Raum für inspirierende Geschichten im Klima- und Energiebereich gibt. Das gleiche Gefühl hatte ich auch beim Treffen mit dem Team von Clean Energy Wire (CLEW) am nächsten Tag. Durch sie konnte ich einige wichtige Kontakte für Interviews gewinnen.

Gruppenfoto von IJP Fellows in Berlin

Gruppenfoto von IJP Fellows in Berlin. Foto: IJP e.V.

Bei einem Treffen im Büro der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) informierten wir uns über aktuelle ökologische Projekte in der Europäischen Union. Wir nahmen an einem „Speed-Dating“ mit EUKI-Projektvertreterinnen und -vertretern teil, die ihre Ideen darüber teilten, wie man die Welt grüner und besser machen kann.
Einer meiner persönlichen Höhepunkte der Konferenz war der Vortrag „Achtsamkeit als Weg zu mehr Klimasensitivität“ auf der Grundlage verschiedener Disziplinen – Ökologie, Soziologie, Philosophie mit einigen Elementen des psychologischen Coachings von Thomas Bruhn, Forscher am Institut für fortgeschrittene Nachhaltigkeitsstudien (IASS) in Potsdam. Obwohl viele verschiedene Bereiche kombiniert wurden, war das Ergebnis inspirierend. Es gab mir den Anstoß, mehr über die Entscheidungen nachzudenken, die ich während meiner journalistischen Arbeit treffe.

Die motivierendsten Abschnitte der Konferenz waren für mich jedoch die Workshops, in denen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Themen diskutieren konnten, die sie interessieren. Das Erstellen von länderübergreifenden Projekten mit Kollegen aus verschiedenen Ländern war ein echtes Brainstorming. Ich habe viele interessante neue Ideen bekommen, die ich für meine zukünftige Arbeit berücksichtigen werde. Nach den offiziellen Treffen konnten wir unsere Gespräche in informeller Atmosphäre während des Abendessens fortsetzen. Ich habe tolle Menschen aus Deutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien und natürlich meine Nachbarn aus dem Baltikum – Lettland und Litauen – kennengelernt. Ich habe unsere Kommunikation sehr genossen!

Insgesamt werde ich mich an die vier intensiven Tage noch lange erinnern. Obwohl ich nicht sofort sagen kann, dass mein Horizont erweitert wurde, hat mir diese Konferenz sicherlich viel gebracht. Die Informationen und Eindrücke, die ich erhalten habe, muss ich erstmal noch reflektieren. Sicherlich werde ich viel darüber nachdenken. Es war ein Vergnügen, so viele interessante, kluge und hochmotivierte Menschen kennenzulernen. Ich hoffe, wir bleiben in Kontakt!“