Interview

EUKI Projekt-Interview: Smart Climate Cities

 GIZ/EUKI

Für unsere EUKI-Broschüre haben wir mit Benno Keppner von adelphi über das EUKI-Projekt Smart Climate Cities gesprochen. Ziel des Projektes ist die Entwicklung nachhaltiger und klimafreundlicher Smart-City-Konzepte durch die Schaffung einer Dialogplattform für baltische und deutsche Städte zu fördern. Das Interview ist Teil der im August 2021 erschienenen EUKI-Broschüre.

Portrait Benno Keppner

Portrait Benno Keppner ©adelphi research

Smart Climate Cities – die Verknüpfung von Smart Cities und Klimaschutz – bedeutet genau was?

Smart Climate Cities ist ein Konzept für Städte der Zukunft, in denen digitale Technologien zur Unterstützung des erforderlichen sozial-ökologischen Wandels genutzt werden, damit sie bis 2050 klimaneutral sind. Wir entwickeln intelligente Konzepte, sowohl für Stadtverwaltungen als auch für Infrastrukturen wie den Mobilitäts- und Energiesektor. Dabei wurde die Erarbeitung von intelligenten Lösungen mit dem städtischen Klimaschutz in Einklang gebracht.

Welches Ziel haben Sie mit Ihrem Projekt verfolgt, und mit welchen Maßnahmen wollten
Sie es erreichen?

Wir wollten, dass mehr Kommunen intelligente, klimafreundliche Lösungen umsetzen. Zu diesem Zweck haben wir den Austausch zwischen baltischen und deutschen Kommunen gefördert. Ursprünglich waren Treffen in Litauen, Lettland, Estland und Deutschland geplant. Aufgrund von COVID-19 haben wir das Format verändert und stattdessen eine Reihe von Webseminaren veranstaltet. Diese Webseminare hatten unterschiedliche Formate – sie reichten von interaktiven Workshops mit virtuellen Arbeitsgruppen bis hin zu Präsentationen von Wissenschaftler*innen und Stadtvertreter*innen. Wir haben bereits neun Webseminare mit mehr als 28 Referent*innen und 167 Teilnehmenden veranstaltet. In einem abschließenden Seminar haben wir unser Augenmerk auf politische Empfehlungen gerichtet. Die Diskussionen und Fallbeispiele wurden anschließend auf unserer Webseite zur Verfügung gestellt, damit die Städte auf das Material zugreifen können, das sie auf ihrem Weg hin zu Smart Climate Cities unterstützt.

„Es ist wichtig, immer die unterschiedlichen Perspektiven verschiedener Menschen mit einzubeziehen – sich die Zeit zu nehmen, um etwas über die Kommunen und die zwischen ihnen bestehenden Unterschiede zu erfahren.“

Was können andere Klimaschutzaktivist*innen von Ihnen lernen?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, Klimaschutzmaßnahmen in den wesentlichen Smart-City-Dokumenten festzuschreiben und konkrete klimaschutzbezogene Vorgaben aufzunehmen, in denen die Ziele und Zeitpläne festgelegt sind. Bei der Konzipierung intelligenter Lösungen sollte immer ein Klimacheck durchgeführt werden, um zu sehen, ob die jeweilige intelligente Lösung die hauptsächlichen Umweltprobleme der betreffenden Stadt tatsächlich angeht.

Was wir während des gesamten Projekts auch festgestellt haben, war, wie wichtig es ist, immer die unterschiedlichen Perspektiven verschiedener Menschen mit einzubeziehen – sich die Zeit zu nehmen, um etwas über die Kommunen und die zwischen ihnen bestehenden Unterschiede zu erfahren. Das ist von enormer Bedeutung, da es ansonsten zu keinem wirklichen Austausch kommt. Wir wollen die Rolle als Moderator in Zukunft unbedingt fortsetzen und unser Augenmerk möglicherweise auf weitere Themen richten, zum Beispiel auf die Erforschung des Potenzials digitaler Technologien bei einer Pandemie.