Umfrage: Europäisch denken, lokal handeln?

von GIZ/EUKI,

Was denken Menschen in den Trio-Ratspräsidentschaftsländern Portugal, Slowenien und Deutschland über den Klimaschutz? Wird der Klimawandel dort in den Schulen ausreichend thematisiert? Was tun die Befragten selbst, um das Klima zu schützen? Das EUKI-finanzierte Projekt Three4Climate hat im letzten Jahr einen intensiven Austausch zwischen sechs europäischen Städten geschaffen: Braga und Loulé in Portugal, Kranj und Maribor in Slowenien sowie Bielefeld und Radolfzell in Deutschland. In dieser Zeit wurden rund 800 Einwohner*innen – unter anderem Lokalpolitiker*innen, Lehrer*innen, Schüler*innen und deren Familien – zu ihren Einstellungen zum Klimaschutz befragt.

Veröffentlicht: 02. September 2021
Wehende Europa © Flagge (c) Markus Spiske Unsplash

Das Klima schützen? Und wenn ja, wie? 

„Die gute Nachricht vorweg, die Umfrage ergab: Für 94% der Befragten ist der Klimawandel ein wichtiges Thema. In diesem Punkt gab es nur geringe Unterschiede zwischen den Ländern und Städten. Entgegen dem gesamtgesellschaftlichen Trend in der EU war der Klimawandel in der Three4Climate Umfrage insbesondere bei den über 30-Jährigen ein „wichtiges“ oder „sehr wichtiges“ Anliegen und (nur) für 77% unter den 16 bis 30-Jährigen. Die Umfrage erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, zeichnet aber dennoch ein spannendes Stimmungsbild zum lokalen Klimaschutz: Auf die Frage inwiefern sie persönlich die Klimabelastung in ihren Städten mindern, stand in fünf der sechs Städte das Energiesparen im Haushalt und am Arbeits- oder Schulplatz an erster Stelle. In der deutschen Stadt Bielefeld gaben 78% der Befragten an, bevorzugt auf klimafreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr, anstatt auf Autos, zu setzen. Dieses Ergebnis deckt sich mit der ambitionierten Mobilitätspolitik der Stadt, die bis 2030 den Autoverkehr von 51% auf 25% reduzieren will.

Umfrage

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Das Klima schützen? Und wenn ja, wie? 

„Die gute Nachricht vorweg, die Umfrage ergab: Für 94% der Befragten ist der Klimawandel ein wichtiges Thema. In diesem Punkt gab es nur geringe Unterschiede zwischen den Ländern und Städten. Entgegen dem gesamtgesellschaftlichen Trend in der EU war der Klimawandel in der Three4Climate Umfrage insbesondere bei den über 30-Jährigen ein „wichtiges“ oder „sehr wichtiges“ Anliegen und (nur) für 77% unter den 16 bis 30-Jährigen. Die Umfrage erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, zeichnet aber dennoch ein spannendes Stimmungsbild zum lokalen Klimaschutz: Auf die Frage inwiefern sie persönlich die Klimabelastung in ihren Städten mindern, stand in fünf der sechs Städte das Energiesparen im Haushalt und am Arbeits- oder Schulplatz an erster Stelle. In der deutschen Stadt Bielefeld gaben 78% der Befragten an, bevorzugt auf klimafreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr, anstatt auf Autos, zu setzen. Dieses Ergebnis deckt sich mit der ambitionierten Mobilitätspolitik der Stadt, die bis 2030 den Autoverkehr von 51% auf 25% reduzieren will.

Tree4Climate_Grafik

Welche Erwartungen stellen die Teilnehmenden an ihre Städte?

Allem voran den Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese Antwort kam am häufigsten sowohl aus den slowenischen Städten Maribor und Kranj als auch aus dem portugiesischen Loulé. Damit steht das Thema Energie nicht nur beim persönlichen Beitrag zum Klimaschutz ganz vorne (siehe oben), sondern auch bei den Erwartungen der Bürger*innen an ihre Städte. Der zweitwichtigste Themenbereich für die Befragten war Mobilität, gefolgt von Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden, Informationen für die Öffentlichkeit und Kreislaufwirtschaft. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass auch die Menschen in Kommunen, die bereits engagierten Klimaschutz betreiben, noch viele Verbesserungspotentiale und Ideen einbringen können. Zum Überblick:

Tree4Climate_Grafik_Twitter4

Klimaschutz – hausgemacht oder auf EU-Level?

Große Unterschiede unter den Städten und Ländern gab es bei der Frage, ob die Befragten „vom European Green Deal“ gehört haben. Während unter den slowenischen Teilnehmenden 67 % aus Kranj und 45 % aus Maribor den European Green Deal kannten, war das in den portugiesischen Städten Braga und Loulé nur in 28- beziehungsweise 29 % der Fall. Auf die Frage, ob ihre Heimatstadt zum Klimaschutz enger mit der EU zusammenarbeiten sollte, gaben die Menschen in fünf aus sechs Städten mit mehr als 75 % Zustimmung ein recht klares „Ja“.

Die vollständige Umfrage und viele weitere Einblicke, zum Beispiel zu den Klimaschutzerwartungen unter den Schüler*innen, finden Sie hier.

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