Interview

EUKI Projekt-Interview: Int-E-Grid – Förderung der Elektromobilität in Polen und Deutschland

 GIZ/EUKI

Für unsere EUKI-Broschüre haben wir mit Dr. Joanna Maćkowiak-Pandera von Forum Energii über das EUKI-Projekt Int-E-Grid: Förderung der Elektromobilität in Polen und Deutschland gesprochen. Ziel des Projekts ist es, durch die Entwicklung von Empfehlungen für zentrale und lokale Behörden sowie für den Unternehmenssektor die Elektromobilität in Polen und Deutschland auszubauen und zu fördern.

Portrait Joanna Maćkowiak-Pandera

Portrait Joanna Maćkowiak-Pandera, © Forum Energii

Worum geht es bei „Int-E-Grid“?

Wir wollen die verkehrsbedingten CO2-Emissionen begrenzen und sind der Meinung, dass die Elektromobilität der vielversprechendste Weg hin zu diesem Ziel ist. Es müssen aber noch viele Herausforderungen gemeistert werden, vor allem im Hinblick auf die Frage, wie sich die Elektromobilität in das Stromnetz integrieren lässt. Bei Int-E-Grid arbeiten polnische und deutsche Expert*innen zusammen an der Entwicklung entsprechender Lösungen. Im Juni 2020 haben wir zum Beispiel eine große virtuelle Sitzung mit 38 Teilnehmenden gehalten, aus der fünf Analyseberichte hervorgegangen sind. Die Teilnehmenden können Politiker*innen auf nationaler und lokaler Ebene somit dringend erforderliche Empfehlungen geben und sie dabei unterstützen sicherzustellen, dass die Stromnetze auf den prognostizierten Anstieg der Elektromobilität vorbereitet sind und diesen bewältigen können.

Wie müssen die Stromnetze in Städten auf die Elektromobilität vorbereitet werden?

Derzeit gibt es in polnischen und deutschen Städten zum Beispiel sehr wenige Ladestationen. Das bedeutet wiederum, dass viele Menschen ihre Autos nur zu Hause aufladen können. Vornehmlich abends, wenn der tägliche Stromverbrauch sowieso am höchsten ist, insbesondere im Winter, wenn Wohnungen geheizt werden müssen. Das ist sehr ineffizient, und es müssten in den Städten neue Kraftwerke gebaut werden, um einen derart geballten Stromverbrauch abzudecken. Das wollen wir vermeiden. Wir müssen stattdessen an den Orten eine Infrastruktur für Ladestationen aufbauen, wo sie benötigt wird: am Arbeitsplatz oder in Stadtzentren, damit Autos während des Einkaufs aufgeladen werden können.

„Wir wollen die verkehrsbedingten CO2-Emissionen begrenzen und sind der Meinung, dass die Elektromobilität der vielversprechendste Weg hin zu diesem Ziel ist.“

Warum eignet sich eine deutsch-polnische Partnerschaft besonders gut für dieses Projekt?

Polen und Deutschland haben viele Gemeinsamkeiten. In beiden Ländern kommen immer noch große Mengen an Kohle zum Einsatz – wir verfolgen also gemeinsam das Ziel, Emissionen zu mindern. Ein großer Umbruch wie der Wechsel zur Elektromobilität stellt uns ganz offenkundig vor große Herausforderungen – und Deutschland und Polen sind in der großartigen Lage, diese gemeinsam zu meistern.