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Vermeiden, reduzieren, austauschen – Klimaschutz in der Schulkantine

Welchen Einfluss haben Schulkantinen auf unser Klima? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Projekt CLIKIS („Climate-friendly Kitchen in Schools“) und präsentierte die Projektergebnisse auf seiner Abschlusskonferenz am 13. Juni 2019 in Krakau, Polen. Das Projekt kooperierte mit fünf polnischen Schulen und führte in deren Großküchen Maßnahmen für klimafreundlichere Mahlzeiten ein. Das Vorhaben wurde in Anlehnung an das zuvor in Deutschland durchgeführte Projekt KEEKS (Klima- und energieeffiziente Küche in Schulen) realisiert.

Auf der Konferenz wies Katrin Bienge vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie darauf hin, dass tierische Produkte fast 80% der Treibhausgase in der menschlichen Ernährung verursachen. Sie veranschaulichte dies mit einer Auflistung der zehn beliebtesten Speisen an polnischen Schulkantinen und wie viel CO2 diese pro Portion verursachen. Dabei schneidet das Schnitzel mit einem mehr als zwölfmal so hohem CO2-Fußabdruck als eine Gemüsesuppe, am schlechtesten ab. Auch Joanna Wis-Bielewicz von der polnischen Organisation Stowarzyszenie Gmin Polska Sieć PNEC („Energie Cites“) sprach sich für eine klimafreundliche Ernährung mit mehr pflanzenbasierten Mahlzeiten aus und berichtete von den spürbaren Konsequenzen des Klimawandels. In Polen merke man diese bereits heute insbesondere durch vermehrte Wüstenbildungen und an der erhöhten Waldbrandgefahr.

Eine Frau hält eine Präsentation über Ernährung, im Hintergrund sind Tiere auf einer Power Point zu sehen.

Katrin Bienge schildert eindrucksvoll wie man sich klimaschonender ernähren kann. Foto: GIZ/EUKI

Das Projekt CLIKIS hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen in polnischen Schulküchen zu verringern und setzt dafür insbesondere auf Train-the-Trainer-Seminare. Küchenleitungen bilden sich dafür in Workshops weiter. Sie lernen einerseits mehr über den Zusammenhang von Klimawandel und Ernährung und erhalten andererseits praktische Hinweise für einen energiesparenden Schulküchenbetrieb. Im Vorgängerprojekt von CLIKIS wurden bereits 24 deutsche Schulkantinen auf ihren ökologischen Fußabdruck hin überprüft. CLIKIS überträgt die so gewonnenen Erfahrungen auf den polnischen Kontext.

Auberginen, Tomaten, Paprika und anderes Gemüse

Unterschiedliche Gemüsesorten aus der Vogelperspektive. Foto: pixabay.com

„Vermeiden, reduzieren, austauschen“ –  auf diese drei Schlüsselbegriffe für klimaschonende Schulküchen verwies Katrin Bienge bei der Konferenz in Krakau. Als konkrete Maßnahmen schlug sie vor, weniger Fleisch zu konsumieren, Butter öfter durch pflanzliche Öle zu ersetzen und Milchprodukte durch pflanzliche Alternativen auszutauschen. Malte Schmidthals vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) nannte außerdem effizientere Küchengeräte und eine verbesserte Planung. Mit gut durchdachten Speiseplänen würde deutlich weniger Essen in der Tonne landen. CLIKIS analysierte, laut Tomasz Pawelec von PNEC, die Speisepläne an fünf polnischen Schulen, führte Koch-Workshops durch und sprach Empfehlungen für Einsparmaßnahmen aus.

Ein Mann stellt vor Publikum eine Power Point Präsentation vor.

Tomasz Pawelec präsentiert die Ergebnisse des CLIKIS Projektes. Foto: GIZ/EUKI

CLIKIS ist eines von mehreren Projekten der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) zur Bewusstseinsbildung an Schulen. Damit fördert das Bundesumweltministerium (BMU) die frühzeitige Sensibilisierung von Kindern für Klimawandel und Klimaschutz. Das Projekt CLIKIS ist ein Beispiel dafür, wie mit einfachen Maßnahmen viel CO2 eingespart und gleichzeitig die Qualität der Leistung verbessert werden kann.