Interview

EUKI Projekt-Interview: Kommunales Energiemanagement für nachhaltige Klimafinanzierung

 GIZ/EUKI

Für unsere EUKI-Broschüre sprachen wir mit Dragomir Tzanev vom Center for Energy Efficiency EnEffect über das EUKI-Projekt Kommunales Energiemanagement für eine nachhaltige Klimafinanzierung. Das Projekt entwickelt ein Modell für ein systematisches kommunales Energiemanagement, das den bulgarischen Behörden ermöglicht, verlässliche energierelevante Daten zu sammeln und für die Entwicklung von leistungsfähigen Energie- und Klimaaktionsplänen zu nutzen. Das Interview ist Teil der im August 2021 veröffentlichten EUKI-Broschüre.

Portrait Dragomir Tzanev

Portrait Dragomir Tzanev

Was ist das Ziel Ihres Projekts, und was genau unternehmen Sie, um es zu erreichen?

Wir wollen, dass bulgarische Kommunen im Kampf gegen den Klimawandel aktiv werden. Zu diesem Zweck entwickeln wir für sie Werkzeuge zur Energiedatenerfassung. Das ist eine direkte Antwort auf ein weit verbreitetes Problem: Viele Kommunen haben keine Möglichkeit, die Energieverbrauchsdaten kommunaler Gebäude zu sammeln und zu steuern.

Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Werkzeuge, die von Energieaudit-Expert*innen bei EnEffect entwickelt werden, von kommunalen Energieexpert*innen vor Ort getestet werden. Deren Kommentare zu den Werkzeugen und ihrer Benutzerfreundlichkeit sowie Verbesserungsvorschläge fließen dann in die weitere Entwicklung ein. Es ist ein partizipativer Prozess, der sicherstellt, dass diejenigen, die später tatsächlich mit den Werkzeugen arbeiten werden, eingebunden sind.

„Insbesondere kleine Kommunen neigen zu der Ansicht, sie seien zu klein für große Energieprojekte. Das ist falsch.“

Ihr Projekt hat den Titel „Kommunales Energiemanagement für nachhaltige Klimaschutzfinanzierung“. Was hat Energiemanagement mit Finanzierung zu tun?

Viele Kommunen können keine Angaben zu ihrem Energieverbrauch machen. Aufgrund dieses Mankos ist es schwierig, private Finanzmittel für öffentliche Projekte zu gewinnen, da Kommunen von Investor*innen nicht gerade als vertrauenswürdige Partner angesehen werden. Mit unserem Projekt wollen wir diese Lücke schließen und private Investor*innen davon überzeugen, dass eine Investition in kommunale Projekte sinnvoll ist.

Was kann bei anderen gebäude- und kommunenrelevanten Projekten von Ihnen gelernt werden?

Insbesondere kleine Kommunen neigen zu der Ansicht, dass sie zu klein für große Energieprojekte seien. Das ist falsch. Wenn beispielsweise Daten gut gepflegt werden und immer ersichtlich ist, was in jedem einzelnen Gebäude, in jedem einzelnen Teil der Infrastruktur passiert, dann ist man in der Lage, groß zu träumen und ehrgeizigere Klimaschutzziele zu erreichen.