Newsmeldung

Young Professionals sparen Kosten und schützen das Klima

Das Projekt Young Energy Europe verbindet Klimaschutz mit Wirtschaftlichkeit. Junge Mitarbeitende übernehmen die Initiative: Sie messen den Energieverbrauch in ihren Unternehmen und entwickeln Vorschläge zum Energiesparen.

In europäischen Unternehmen schlummern große Potenziale für den Klimaschutz: Energieverluste, ungenutzte Abwärme, hoher Wasserverbrauch oder die ineffiziente Nutzung von Ressourcen. Junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bulgarien, Griechenland, Tschechien und Ungarn spüren diese aktuell in ihren Betrieben auf. Dafür erhalten sie von den Auslandshandelskammern (AHK) vor Ort Schulungen zu den Themen Klimawandel, Energie- sowie Ressourceneffizienz und Mobilität, die sie für die Vielfalt an Möglichkeiten zum Klimaschutz in Unternehmen sensibilisiert. Anschließend entwickeln sie – ausgestattet mit einem Koffer voller Messinstrumente und dem notwendigen Fachwissen für deren Bedienung – als Energy Scouts ein maßgeschneidertes Energieeffizienzprojekt für ihren Betrieb.

Seminarauftakt in Bulgarien. ©AHK Bulgarien

Ungarische Young Professionals u. a. aus den Unternehmen Audi Hungaria, B. Braun Medical, Hipp Kft. und Bosch begannen nach den ersten beiden Schulungen im Oktober in ihren Unternehmen mit den Messungen. In Bulgarien haben Mitarbeiter von Kaufland Bulgaria bereits Optimierungspotentiale im Beleuchtungssystem entdeckt. Mithilfe einer Wärmebildkamera prüften Energy Scouts der bulgarischen Mexon OOD die Funktionalität von Dichtungen und Leitungen. Der Ersatz undichter Elemente senkt den Verbrauch von Erdgas und reduziert die Erhitzung der Anlage, sodass bei der Klimaanlage zusätzlich Strom eingespart werden kann. In der Firma Adient Czech Republic k.s., einem Hersteller für Kraftfahrzeugzubehör in Tschechien, werden die Energy Scouts das firmeneigene Wassermanagement optimieren.

Young Energy Europe Green Day in Sofia ©AHK Bulgaria

Vor der Umsetzung müssen die Scouts jedoch noch das jeweilige Management von ihren Ideen überzeugen. Daher lernen sie in den Schulungen der AHKs auch Methoden zur Berechnung von Amortisationszeiten, Präsentationstechniken und Strategien der internen Kommunikation.

Bei Festo Produktion OOD in Bulgarien, einer Firma für Automatisierungstechnik und industrielle Weiterbildungsprogramme, überzeugten die Energy Scouts bereits mit ihrem finanziell und ökologisch sinnvollen Projekt. Dieses setzt auf die Reduzierung der CO2-Bilanz: die bisher stattfindenden Anlieferungen von Stickstoff durch LKWs werden durch eine unternehmenseigene Stickstoffproduktionsanlage überflüssig.

In Griechenland fanden die Energy Scout-Schulungen im November statt. Dort sind die Workshops auf Dienstleistungs- und Tourismusunternehmen ausgerichtet, die einerseits einen wesentlichen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leisten und andererseits über ihre Gäste und Kunden eine besondere Außenwirkung erzielen.

Beitrag: Arina Hube (DIHK)