Newsmeldung

Landwirtschaft und Klimawandel: Wege zur Verringerung der landwirtschaftlichen Emissionen

Am 30. Januar 2020 organisierte CEEweb for Biodiversity einen zweiten nationalen Workshop für ungarische Interessenvertreter im Rahmen des EUKI-Projekts: „Ein unvermeidlicher Schritt nach Paris: Reduzierung der Emissionen aus der Landwirtschaft“. Fast fünfzig Teilnehmer mit unterschiedlichem Hintergrund nahmen an dem Workshop teil: Landwirte, Vertreter von Umwelt-NGOs, das ungarische Landwirtschaftsministerium, Universitätsprofessoren und die breite Öffentlichkeit mit Interesse an den drängenden Fragen rund um die Landwirtschaft im Zeitalter des Klimawandels. Sie diskutierten über die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union.

Der EUKI-Workshop bot eine großartige Gelegenheit für verschiedene Interessengruppen, sich über die Möglichkeiten einer kohlenstoffarmen, nachhaltigen Landwirtschaft auf EU- und nationaler Ebene zu informieren. Außerdem konnten sie mehr über aktuelle Fortschritte auf dem Weg zu einer zukünftigen siebenjährigen Gemeinsamen Agrarpolitik erfahren und persönliche Erfahrungen und Ideen mit anderen teilen.

Vortrag auf der Konferenz

Viele Interessenvertreter nahmen an der Konferenz in Budapest teil. Foto: CEEweb

Das EUKI-Projekt empfiehlt eine Vielzahl von Maßnahmen – wie eine Reduzierung der Nutztiere, die EU-weite Übernahme agroökologischer Ansätze und die unterstützte Umsetzung bewährter Praktiken in den landwirtschaftlichen Betrieben. Weitere Empfehlungen umfassen den Schutz und die Wiederherstellung empfindlicher und hochwertiger Ökosysteme sowie eine Diversifizierung des Agrarsektors. Ob diese Maßnahmen schließlich ihren Weg in die neue EU-Agrargesetzgebung und in die nationalen GAP-Strategiepläne finden werden, bleibt abzuwarten. Offensichtlich ist, dass weder der derzeitige Zustand der europäischen Biodiversität noch die Verschlechterung der landwirtschaftlichen Böden oder die konstant hohen landwirtschaftlichen Emissionen länger auf eine progressive, positive Veränderung warten können. Der Wandel muss über bloße Worte auf Papier hinausgehen und sich in alltäglichen landwirtschaftlichen Praktiken und deren effizienter Durchsetzung auf EU- und Mitgliedstaatenebene manifestieren.

Vortrag auf der Konferenz

Die Teilnehmer diskutierten über Agrarpolitik. Foto: CEEweb

Der Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Klimawandel hat in Ungarn in den letzten Monaten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im vergangenen Jahr hat Ungarns Landwirtschaftsminister Dr. István Nagy bei verschiedenen Gelegenheiten darüber gesprochen und mehrere Interviews über die Herausforderungen gegeben, die der Klimawandel für die Landwirtschaft und insbesondere für die ungarischen Landwirte bedeutet. Er machte vor allem auf die Notwendigkeit einer Anpassung an die veränderten Umwelt- und Klimabedingungen aufmerksam. Darüber hinaus leitete er neue Maßnahmen mit erhöhter Finanzierung ein, um die Emissionen aus Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Lebensmittelabfällen zu reduzieren. Diese fallen vor allem in den Bereich Aufforstung und technologische Modernisierung des Agrarsektors.

Das EUKI-Projekt läuft seit November 2017 mit dem in Brüssel ansässigen Europäischen Umweltbüro als Durchführungsorganisation und sechs weiteren Projektpartnern: BirdLife Europe, BirdWatch Ireland, France Nature Environnement, Germanwatch, International Institute for Law and the Environment (IIDMA) und CEEweb for Biodiversity. Diese vertreten sechs EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, Spanien und Ungarn. Ziel des Projekts ist es, ein größeres öffentliches und politisches Bewusstsein für die Notwendigkeit eines ambitionierten Rechtsrahmens für Klima und Landwirtschaft zu schaffen. Wissensaustausch und ein integrativer Dialog zwischen den Interessengruppen sind die Grundlage, um Erfahrungen zu teilen, politische Leitlinien zu entwickeln und wertvolle Rückmeldungen von verschiedenen Gruppen zu erhalten.

Publikation zum Projekt

Policy Brief: Agriculture and Climate Change